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Die deutsche Luftwaffe übt im Juni am Hamburg Airport

Die deutsche Luftwaffe übt im Juni am Hamburg Airport

Die deutsche Luftwaffe nutzt vom 8. bis zum 12. Juni den Hamburg Airport, um Starts und Landungen mit Tornado-Mehrzweck-Kampfflugzeugen zu trainieren. Dies geschehe „voraussichtlich im Zeitfenster 9 bis 18 Uhr“, teilten die Luftwaffe und Hamburg Airport am Donnerstag mit. Bei der Übung gehe es darum, dass sich die Luftwaffe auf die zivile Infrastruktur des Hamburger Flughafens stütze: „Die Übung, genannt ,Dispersed Operations 2026 – Panther Shield‘, hat das Ziel, die Zusammenarbeit mit zivilen Einrichtungen zu stärken und die Verteidigungsfähigkeit im Bündnisfall realitätsnah zu üben.“

Nach den großen Bodenmanövern „Red Storm Alpha“ und „Red Storm Bravo“ in den Jahren 2024 und 2025 – durchgeführt vom Landeskommando Hamburg der Bundeswehr – wird nun auch die Luftwaffe im Stadtgebiet sichtbarer. „Auf dem Flughafen Hamburg trainiert das Taktische Luftwaffengeschwader 51 ,Immelmann‘ Starts und Landungen mit insgesamt sechs militärischen Tornado-Kampfflugzeugen“, teilen die Luftwaffe und Hamburg Airport mit. „Die Soldatinnen und Soldaten greifen dabei auf vorhandene zivile Strukturen zurück, stimmen sich eng mit dem Flughafenbetreiber ab und üben gleichzeitig den Schutz der eingesetzten Kräfte. Der zivile Flugbetrieb soll so wenig wie möglich eingeschränkt werden.“

Hamburg unterstütze die Übung aktiv, „indem es Infrastruktur bereitstellt. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zur Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und des Bündnisses“, heißt es in der Mitteilung. Zum Auftakt des Manövers sind am 8. Juni Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Flughafen, Flughafenchef Christian Kunsch sowie Oberst Jens Schumacher, Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“. Der Flughafen und die Luftwaffe teilen weiter mit: „Geübt werden sogenannte ‚Dispersed Operations‘, auch als ,Agile Combat Employment‘ (ACE) bekannt. Diese flexible Form des Einsatzes macht die Luftstreitkräfte widerstandsfähiger und weniger berechenbar.“

In aktuellen Konflikten zeige sich, „dass Streitkräfte flexibel agieren müssen. Zivile Flughäfen sind im Ernstfall wichtige Start- und Landeoptionen.“ Genau dieses Szenario werde in Hamburg realitätsnah trainiert: „Im Mittelpunkt stehen dabei reibungslose Abläufe und die enge Zusammenarbeit zwischen militärischen Kräften und zivilen Partnern vor Ort. Die Übung leistet damit einen wichtigen Beitrag zur nationalen Sicherheitsvorsorge.“

Hamburg und dem größten deutschen Seehafen kommt im Spannungs- und Verteidigungsfall eine wesentliche Rolle bei der Bewegung von Nato-Truppen und Material in Richtung Osten zu – auch bei der Über- und Unterquerung der Elbe von Truppenteilen, die in Bremerhaven ausgeschifft werden. Der Großraum Hamburg muss dafür auch aus der Luft militärisch abgeschirmt werden.

Die logistische Grundlage für größere Bewegungen von Nato-Truppen durch Deutschland bildet seit 2024 der „Operationsplan Deutschland“ der Bundeswehr. Geübt werden auf dieser Grundlage regelmäßig auch das enge Zusammenwirken von Bundeswehr, Rettungs- und Notdiensten, zivilen Verwaltungen und Wirtschaft. Das Landeskommando Hamburg organisiert für den 24. bis 26. September das innerstädtische Manöver „Red Strom Charlie“.

Olaf Preuß ist Wirtschaftsreporter von WELT und WELT AM SONNTAG für Hamburg und Norddeutschland. Er berichtet unter anderem auch über die Rüstungsindustrie und die Bundeswehr im Norden.

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