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Gewalttätige Ausschreitungen in Mexiko nach Tötung von Drogenboss

Gewalttätige Ausschreitungen in Mexiko nach Tötung von Drogenboss

Nach der Tötung von Mexikos mächtigstem Drogenboss Nemesio Oseguera Cervantes, genannt "El Mencho", ist es in mehreren Teilen des Landes zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Im westlichen Bundesstaat Jalisco, wo in diesem Sommer vier Spiele der Fußballweltmeisterschaft der Männer stattfinden sollen, blockierten mutmaßliche Bandenmitglieder mehr als 20 Straßen mit brennenden Autos und Lastwagen. Zudem setzten sie Tankstellen und Läden in Brand.

Angesichts der Gewalt wurden in Jalisco alle Veranstaltungen mit großen Menschenansammlungen sowie der Präsenzunterricht für diesen Montag abgesagt. In der Hauptstadt des Bundesstaates, Guadalajara, waren die Straßen nahezu leer, Geschäfte, Apotheken und Tankstellen blieben geschlossen. María Medina, die in einer Tankstelle arbeitet, die in Brand gesteckt wurde, sagte der Nachrichtenagentur AFP, bewaffnete Männer seien gekommen und hätten allen befohlen, hinauszugehen. "Ich dachte, sie würden uns entführen."

Im Bundesstaat Michoacán sowie im Badeort Puerto Vallarta gab es ähnliche Blockaden wie in Jalisco. Der Bevölkerung wurde geraten, vorerst nicht aus dem Haus zu gehen. Im Bundesstaat Michoacán, dem Geburtsort von "El Mencho", soll der Unterricht in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen an diesem Montag ausfallen, wie Gouverneur Alfredo Ramírez ankündigte. Örtliche Medien berichteten von Angriffen auf Stützpunkte der Nationalgarde. Dabei soll es Tote und Verletzte gegeben haben.

Flüge gestrichen, Botschaften warnen Landsleute

Die deutsche Botschaft warnte auf der Plattform X, dass es "in verschiedenen Landesteilen zu Unruhen, Straßensperren und Brandstiftungen" komme. Wer sich an einem sicheren Ort wie einem Hotel aufhalte, solle dort bis auf Weiteres bleiben und auf nicht unbedingt erforderliche Fahrten verzichten. "Versuchen Sie bei Straßensperren nicht, sich zu widersetzen oder zu flüchten", schrieb die Botschaft. Auch die Botschaft der USA sowie die diplomatischen Vertretungen anderer Länder forderten ihre Bürger in Mexiko zu erhöhter Wachsamkeit auf. Sie warnten unter anderem vor Gewalt in den beliebten karibischen Urlaubszielen Cancún, Cozumel und Tulum.

Aus Sicherheitsgründen strichen oder leiteten Fluggesellschaften wie United, Southwest und Air Canada Flüge um. Betroffen seien unter anderem Verbindungen nach Puerto Vallarta, Guadalajara oder Manzanillo.

Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum rief die Bürgerinnen und Bürger zur Ruhe auf. "Wir müssen informiert bleiben und Ruhe bewahren", schrieb sie auf der Plattform X. Die Regierung stehe in Abstimmung mit den Behörden der Bundesstaaten.

Drogenboss starb nach Militäreinsatz

Der 59-jährige "El Mencho" war laut offiziellen Angaben am Sonntag nach einem Militäreinsatz zu seiner Festnahme seinen Verletzungen erlegen. Bei dem Einsatz einer Sondereinheit der mexikanischen Streitkräfte in der Gemeinde Tapalpa im westlichen Bundesstaat Jalisco kamen den offiziellen Angaben zufolge sechs weitere Bandenmitglieder ums Leben, zwei weitere wurden festgenommen. Drei Soldaten wurden den Angaben zufolge verletzt und in ein Krankenhaus gebracht.

"El Mencho" war Gründer und Anführer des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG), das die US-Regierung als ausländische Terrororganisation eingestuft hat. Für dessen Ergreifung hatte sie eine Belohnung von 15 Millionen US-Dollar ausgesetzt. Die US-Behörden haben laut dem mexikanischen Verteidigungsministerium Informationen zu dem Einsatz gegen "El Mencho" beigetragen.

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