Zürich – Plötzlich schlug die Boeing einen Haken über dem Atlantik. Eine mit 222 Passagieren besetzte Swiss-Maschine von Chicago (USA) nach Zürich (Schweiz) musste am Dienstag auf den Azoren mitten im Ozean notlanden.
Der Langstreckenflieger mit der Kennung HB-JNF hatte mit einer halben Stunde Verspätung am Montagabend (Ortszeit) in Chicago abgehoben. Entlang der kanadisch-amerikanischen Grenze nahm der Flieger über Neufundland Kurs auf Europa. Am späten Dienstagvormittag sollte die Maschine in Zürich (Schweiz) landen.
Crew setzte Code ab
Doch plötzlich schickte die Crew den Transpondercode 7700, berichtet das Portal Aerotelegraph. Dieser Code steht in der Luftfahrt für einen allgemeinen Notfall bei technischen oder medizinischen Problemen. Laut der Schweizer Nachrichtenagentur SDA habe es an Bord des Flugzeugs „einen chemischen Geruch“ gegeben.
Sichere Notlandung auf den Azoren
Kaum war der Code abgesetzt, wurde die Maschine auf direktem Weg zum nächstgelegenen Flughafen gelotst. Doch der lag mitten über dem Atlantik immer noch ca. 2000 Kilometer entfernt. Die Boeing flog eine scharfe Rechtskurve. Sie steuerte die Azoren, eine zu Portugal gehörende autonome Inselgruppe, an. Um 8.30 Uhr unserer Zeit setzte der Flieger mit 222 Passagieren und 16 Crewmitgliedern an Bord schließlich auf dem auch zivil genutzten Militärflughafen Base Aérea das Lajes in Terceira auf den Azoren auf.
Die zur Lufthansa gehörende Fluggesellschaft Swiss bestätigte die sogenannte „Ausweichlandung“. Zur Ursache des chemischen Geruchs an Bord wurde noch nichts bekannt. Offenbar besteht jedoch kein größeres Problem. Die Maschine soll nach aktuellen Flugradardaten gegen Mittag auf den Azoren Richtung Zürich abheben – offenbar aber ohne Passagiere. Sie sollen laut Swiss-Operativchef Oliver Buchhofer am Abend mit einer Ersatzmaschine nach Zürich gebracht werden.