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Boris Pistorius: RCH-155 offenbar längst in der Ukraine im Einsatz

Boris Pistorius: RCH-155 offenbar längst in der Ukraine im Einsatz
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Kassel – Hat Boris Pistorius (66, SPD) ein streng gehütetes Geheimnis ausgeplaudert? Bei einem Besuch im KNDS-Werk in Kassel sprach der Verteidigungsminister über die deutsche Radhaubitze RCH-155 und sagte: „Die Radhaubitze findet große Zustimmung in der Ukraine.“ Bislang war offiziell nie bestätigt worden, dass das hochmoderne Waffensystem tatsächlich in die Ukraine geliefert wurde. Bekannt war bisher nur: Ukrainische Soldaten trainierten mit den ersten Haubitzen in Deutschland.

Doch Pistorius legte laut dem Magazin „hartpunkt“ nach: „Da, wo Sie jetzt stehen, meine Damen und Herren, stand, ich glaube, zwei Jahre ist es her, die erste Radhaubitze, die in die Ukraine gegangen ist.“ Heißt im Klartext: Die RCH-155 ist offenbar längst im Kriegsgebiet angekommen. Ob die Haubitze bereits im Kampf eingesetzt wurde, ist offiziell nicht bestätigt.

Die RCH-155 gilt als eine der modernsten Artilleriewaffen der Welt. Das Besondere: Sie ist die erste Haubitze, die während der Fahrt feuern kann. Während andere Geschütze anhalten müssen, schießt die RCH-155 auch in Bewegung weiter. Das macht sie für gegnerische Drohnen und Gegenfeuer deutlich schwerer zu treffen.

Sie ist klein, schnell und braucht kaum Soldaten

Bis zu neun Schuss pro Minute, Reichweiten von über 50 Kilometern und ein vollautomatischer Geschützturm machen das System zu einer gefürchteten Waffe auf dem Schlachtfeld. Außerdem braucht die Haubitze nur eine Besatzung von gerade einmal zwei Soldaten. Auf der Straße erreicht das Fahrzeug Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h. Zum Vergleich: Die Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr erreicht maximal 60 km/h, braucht in der Regel eine fünfköpfige Besatzung und ist deutlich schwerer.

Insgesamt soll die Ukraine 54 RCH-155-Haubitzen aus Deutschland erhalten. Damit könnten gleich drei Artilleriebataillone ausgerüstet werden. Die Bundeswehr hat insgesamt 84 Haubitzen bestellt, weitere könnten folgen. Weitere Bestellungen gibt es aus Großbritannien und der Schweiz.

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