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Clara von Nathusius spaltet Junge Union – Schlammschlacht um Influencerin

Clara von Nathusius spaltet Junge Union – Schlammschlacht um Influencerin
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Berlin – War sie zu laut und zu kritisch für die Junge Union? Als CDU-Influencerin hat sich Clara von Nathusius (31) in den vergangenen Wochen immer wieder ins Rampenlicht gestellt. Mit streitbaren Videos, einem äußerst Merz-kritischen Interview in der ARD und einem frech-selbstbewussten Gespräch mit BILD (Karriere-Ziel Kanzleramt? „Natürlich glaube ich, dass ich das kann!“). Nun ist Nathusius’ Karriere in der Jungen Union beendet.

Offiziell teilte die 31-Jährige mit, sie trete als Schatzmeisterin der Tochter-Organisation der CDU nicht mehr an. Dahinter steckt aber eher ein Rausschmiss. Der Vorwurf ihrer parteiinternen Gegner, mehrerer mächtiger JU-Landeschefs: Nathusius sei eine notorische Selbstdarstellerin. Und viel schlimmer: Sie habe als Schatzmeisterin die Junge Union fast in die Pleite geführt. Eine Schlammschlacht!

Nathusius galt als „Freie Radikale“

Nach BILD-Informationen machten die großen Landesverbände Clara von Nathusius klar, dass sie bei einer Wiederwahl zum Schatzmeister-Posten keine Mehrheit hätte. Nathusius wurde Einzelgängertum mit zu großem Social-Media-Fokus vorgeworfen. Sie war ohnehin nie besonders populär, galt in den Landesverbänden nicht als Teamplayerin, sondern als „Freie Radikale“. Einer der Vorwürfe: Während andere lange Jahre Basisarbeit machten, kümmerte sie sich lieber um den Ausbau ihrer enormen Reichweite in den sozialen Medien. Da mag auch Neid eine Rolle gespielt haben.

Verhältnis zu JU-Chef Winkel abgekühlt

Lange unterstützt wurde Nathusius aber von JU-Bundeschef Johannes Winkel (34). Er hatte sie gefördert und zur Schatzmeisterin gemacht. Sie soll bei der Spendenakquise sehr erfolgreich gewesen sein, auch dank ihrer Strahlkraft. Aber zuletzt war ihr Verhältnis zu Winkel abgekühlt. Nathusius’ Aussagen zu AfD und Brandmauer, die kurz NACH der Wahl in Sachsen-Anhalt und kurz VOR den ebenfalls wichtigen Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin von vielen als parteischädigend angesehen wurden, stießen auch Winkel dann übel auf. Nach BILD-Informationen hatte Winkel auf einer Vorstandssitzung vor der Wahl in Sachsen-Anhalt alle angewiesen, sich bis zur Wahl in Mecklenburg-Vorpommern nicht zur AfD zu äußern. Zwei Tage später trat Nathusius im „Bericht aus Berlin“ auf und sägte ordentlich an der Brandmauer.

Junge Union muss sich Geld leihen

Dann kamen plötzlich auch noch Finanzprobleme der JU heraus. Wie „Focus“ zuerst berichtete, muss die Jugendorganisation rund 350.000 Euro Fördermittel samt Zinsen zurückzahlen. Für eine Organisation, die sonst mit deutlich kleineren Summen hantiert, ist das eine gigantische Fehlkalkulation. Und ein Aufsichtsversagen des damaligen Bundesgeschäftsführers, aber wohl auch von Nathusius als Schatzmeisterin. Sie hätte nach Ansicht vieler JU-Funktionäre früher merken müssen, dass finanziell etwas schiefläuft. Die Folge: Die JU musste sich nun rund 300.000 Euro von der CDU leihen, Zinsen kommen obendrauf. Ganz schön teuer!

In der Jungen Union weiß man all das seit dem Frühsommer. Ausgerechnet jetzt, nach Nathusius’ massiver öffentlicher Kritik und direkt vor dem „Deutschlandtag“ der JU, kommt es aber raus. Kein Zufall. Nathusius wird bei dem Parteitreffen den „Rechenschaftsbericht“ vorstellen.

Sie selbst und auch JU-Chef Johannes Winkel ließen BILD-Anfragen unbeantwortet.

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