Jetzt ist die Entscheidung gefallen: Claudia Pechstein (54) steigt im deutschen Eisschnelllauf zur Bundestrainerin auf! Die fünfmalige Olympiasiegerin übernimmt ab sofort offiziell die Verantwortung für den Mehrkampf-Bereich der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG). Der Verband bestätigte die Personalie am Sonntag.
Damit wird aus einer Übergangslösung eine feste Beförderung. Pechstein hatte die Aufgabe bereits kommissarisch übernommen, nun erhält sie den Posten offiziell. Die DESG begründet die Entscheidung mit der außergewöhnlichen Karriere der Berlinerin, ihrer jahrzehntelangen Erfahrung im internationalen Spitzensport und ihrer Ausbildung an der Trainerakademie des Deutschen Olympischen Sportbundes.
In der Verbandsmitteilung wird Pechstein mit ihrer sportlichen Vita praktisch zur Idealbesetzung erklärt. Ihre Erfahrung, ihre Fachkompetenz und ihre tiefe Verwurzelung im Eisschnelllauf machten sie zu einer Trainerpersönlichkeit, die für diese Rolle „in einzigartiger Weise prädestiniert erscheint“, heißt es.
Für Pechstein ist es der nächste Schritt nach dem Ende ihrer einzigartigen Sportlerkarriere. Die Rekordläuferin blieb dem Leistungssport stets eng verbunden und gehörte zuletzt auch bei den Olympischen Spielen in Mailand/Cortina 2026 als Betreuerin zum deutschen Team. Nun rückt sie endgültig in die erste Reihe der Trainerverantwortlichen.
Strukturreform sorgt für heftigen Streit
Brisant ist die Beförderung auch wegen der aktuellen Diskussionen im deutschen Eisschnelllauf. Zuletzt hatte eine geplante Strukturreform für heftigen Streit gesorgt. Demnach sollen die Bundeskader künftig auf die Standorte Inzell und Berlin konzentriert werden. Besonders in Erfurt stieß das auf massiven Widerstand. Athleten verweigerten sogar die Unterschrift unter entsprechende Vereinbarungen. Erst nach einem Krisentreffen mit Politikern, Verbandsvertretern und Sportlern wurden die Reformpläne vorläufig gestoppt. Die Gespräche sollen im August fortgesetzt werden.
DESG-Präsident und Pechsteins Lebensgefährte Matthias Große sprach dennoch von einem wichtigen Signal für die Zukunft. Die neue Traineraufstellung sei ein klares Bekenntnis zum Ziel, wieder an die Weltspitze zurückzukehren.