Politik

„Flachzangen da oben“: Weidel motzt – aber könnte sie es besser?

„Flachzangen da oben“: Weidel motzt – aber könnte sie es besser?
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Wien – Es war der Sonntag der AfD-Sommerinterviews: AfD-Co-Chef Tino Chrupalla (51) stand am Sonntag in Berlin der ARD Rede und Antwort, debattierte den Klimawandel und zweifelhafte Manipulationsvorwürfe bei der Briefwahl in Pflegeheimen. Co-Parteichefin Alice Weidel (47) saß derweil im ZDF-Sommerinterview in Wien, wo sie sich zuvor mit den Ösi-Rechten der FPÖ getroffen hatte – und machte es kaum besser.

„Ich will nicht mehr angelogen werden von irgendwelchen Flachzangen, die da oben sitzen und irgendwas versprechen und genau das Gegenteil von dem tun“, poltert Weidel gleich mehrfach. Gemeint: U.a. Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) und Vizekanzler Lars Klingbeil (48, SPD). Als Moderator Wulf Schmiese (59) sie mit interner Kritik konfrontiert – ein AfD-Abgeordneter aus NRW nannte sie „Alice Merkel“ –, lenkt Weidel nicht ein. Sie wiederholt das Wort „Flachzange“ einfach noch mal. Schmiese bemerkt: Wer andere als „Flachzangen“ bezeichne, müsse selbst Kritik aushalten können. Das wirke „mimosenhaft“.

Weidel wirkt fahrig und aggressiv, sie und der Moderator fallen sich immer ins Wort. Denn Weidel geht es um die grundsätzliche Generalabrechnung mit der Politik, nicht um Lösungen. Ihr Verhalten wirft die Frage auf: Sollte so eine Politikerin, so eine Partei, Deutschland regieren?

Mit Blick auf die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Meck-Pomm und Berlin kündigt sie an: „Wir werden in den ersten Bundesländern regieren, und wir werden auch im Bund regieren.“

Doch dann liefert sie Wut ohne Konzepte – schon ab der ersten Frage. Wie sollen deutsche Verbrenner auf dem chinesischen Markt wieder mithalten?, fragt Moderator Wulf Schmiese (59). Weidel klagt – durchaus berechtigt – über Verbrenner-Aus, EU-Vorgaben und der staatlichen Förderungen für Elektroautos, antwortet aber nicht mit einem Plan – trotz mehrfachem Nachhaken.

Gleiches Spiel beim Euro: Die Volkswirtin Weidel bestätigt die AfD-Linie und will raus aus der Gemeinschaftswährung. Ihre Begründung? Geschimpfe über über eine angebliche „Weichwährung“.

Große Ansagen beim Thema Migration: Die 1,3 Millionen Syrer in Deutschland sollen „alle zurückgeführt“ werden, sagt sie, Afghanen „nicht mehr eingeflogen“. Zuletzt seien 306.000 „arbeitslose Syrer“ eingebürgert worden. Wie das ohne Rücknahmeabkommen mit den Herkunftsländern klappen soll – dazu schweigt sie.

Die Brandmauer gegen die AfD sei „das Undemokratischste, was es gibt“, sagte sie weiter. Leidtragende sei zu Recht die CDU. „Die geht daran kaputt“, so Weidel.

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