Boston – Der erste WM-Halbfinalist steht fest! Frankreich setzt sich 2:0 gegen Marokko durch und steht zum dritten Mal in Folge unter den besten vier Teams der Welt. Wieder einmal ist es ein magischer Moment von Kylian Mbappé (27), der den Weg zum Sieg ebnet.
Mbappé trifft – und muss verletzt runter! In der 76. Minute setzt sich der französische Kapitän auf den Rasen, hält sich den rechten Knöchel. Knapp zehn Minuten vorher hatte Mbappé einen Tritt von Diop abbekommen. Nach seiner Auswechslung sitzt Mbappé ohne Schuh, dafür mit dickem Eisbeutel am lädierten Sprunggelenk, auf der Bank.
Mbappé-Sorgen beim Frankreich-Sieg
Vor Mbappés Auswechslung macht Frankreich quasi durchgehend das Spiel – belohnt sich aber erst nach einer Stunde. Mbappé fällt der Ball 16 Meter vor dem Tor vor die Füße, der Kapitän schlenzt ansatzlos ins lange Eck – drin (60.)! Das erlösende 1:0 für das Star-Ensemble, das sich lange an der marokkanischen Defensive die Zähne ausbeißt.
Mbappé legt im Fernduell um den WM-Torschützenkönig nach. Der Real-Star hat jetzt achtmal getroffen – genauso oft wie Messi. Haaland (7 Tore) und Kane (6) sind auch noch in der Verlosung.
Und was heißt eigentlich Dosenöffner auf Französisch? Sechs Minuten nach Mbappés 20. WM-Tor (im 20. Spiel) legt Dembélé mit einer schönen Einzelaktion nach. Aus 18 Metern schließt der Weltfußballer ab, trifft unten rechts zum verdienten 2:0.
Mbappé scheitert an Elfer-Killer Bono
Dabei ist es in der ersten Halbzeit vor allem Frankreich-Frust! Weil sich Marokko tief in der eigenen Hälfte einigelt und nur auf Konter lauert. Die beste Chance der ersten Halbzeit versiebt Mbappé vom Elfmeterpunkt. Marokkos Mazraoui hatte den französischen Kapitän im Strafraum umgegrätscht (25.), doch Mbappé schiebt den Strafstoß unplatziert ins rechte Eck. Torwart Bono hält den Ball sogar fest.
Elfer-Killer Bono! Der Marokkaner kassierte bei neun WM-Elfmetern gegen sich nur zwei Tore (vier pariert, drei gingen daneben). Auch Upamecano per Kopf (4.), Doué mit einem gefährlichen Flachschuss (35.) und Digne mit seinem Lattenkracher (45. +2) können den Keeper zunächst nicht überwinden.
Nationaltrainer Deschamps (185. Spiel als Frankreich-Coach) rauft sich an der Seitenlinie genervt die Haare. Der ewige Deschamps muss aber angesichts der schwachen marokkanischen Offensive nie wirklich um den Halbfinaleinzug bangen.