Berlin – Bis kurz vor Bekanntgabe der erneuten Galeria-Insolvenz wurden noch Geschenkgutscheine in den Filialen verkauft. Jetzt können Kunden sie in vielen Filialen nicht mehr einlösen. Sind die Gutscheine jetzt wertlos?
Es ist bereits die vierte Insolvenz
Seit dem 2. Oktober steckt Galeria in der vierten Insolvenz innerhalb von sechs Jahren. Der Betrieb in den 83 Filialen läuft zwar weiter, doch für Besitzer von Geschenkgutscheinen gibt es schlechte Nachrichten. Ihre Gutscheine werden laut mehreren Berichten nicht mehr angenommen. Inzwischen sollen in den Geschäften Schilder hängen, die darauf hinweisen, dass Gutscheine nicht mehr eingelöst werden. Auch bei einem Kauf auf der Online-Seite besteht keine Möglichkeit, einen Gutschein zu benutzen.
Was sollten Kunden jetzt machen?
Den Gutschein auf keinen Fall wegwerfen! Die Verbraucherzentrale rät auf ihrer Internetseite, zu versuchen, den Gutschein in der nächstgelegenen Galeria-Filiale einzulösen. Wird er abgelehnt, können sich Kunden an den vorläufigen Insolvenzverwalter wenden. In diesem Fall ist das Rechtsanwalt Frank Kebekus.
„Haben Sie einen Gutschein bei einem insolventen Händler, können Sie Ihre Forderungen aus dem Gutschein nur noch zur Insolvenztabelle anmelden. Soweit dann noch Geld vorhanden sein sollte, bekommen Sie eine entsprechende Quote ausgezahlt. Meist gehen derartige Forderungen aber wegen der geringen Insolvenzmasse ins Leere“, erklärt die Verbraucherzentrale.
Insolvenzgeld für Angestellte
Nach der erneuten Insolvenz erhalten die Galeria-Beschäftigten zumindest für Oktober, November und Dezember Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit. Insgesamt beschäftigt Galeria derzeit 11.250 Menschen. Für einen Teil des Unternehmens, darunter die Gastronomie- und Lebensmittelsparte, läuft ein separates Insolvenzverfahren.
Einige Produkte sind vom Verkauf ausgeschlossen
Mit Lieferanten, Finanzierungspartnern und anderen Beteiligten seien umfassende Vereinbarungen erzielt worden. So könne der Betrieb zur wichtigen Weihnachtszeit erst einmal fortgeführt werden. Allerdings konnten mit einigen Marken keine Abkommen getroffen werden.
Deren Produkte wurden in den Filialen mit Flatterband abgesperrt und können aktuell nicht gekauft werden. Diese Produkte befinden sich im Eigentum der Hersteller und nicht des Händlers Galeria. Sie befürchtet, dass das eingenommene Geld beim Verkauf der Artikel in die Insolvenzmasse einfließt und nicht bei den Händlern ankommt.
BILD-Anfragen bei Galeria und auch beim Insolvenzverwalter Frank Kebekus blieben unbeantwortet.