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„Hybride Bedrohung“: Bild erklärt, was Dobrindt damit meint

„Hybride Bedrohung“: Bild erklärt, was Dobrindt damit meint
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Leipzig – „Wir haben es mit einem hybriden Anschlagsszenario zu tun!“ Mit diesen Worten beschrieb Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) den Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle. In der Nacht zum Mittwoch wurde dort eine mit einem Sprengsatz ausgerüstete Drohne entdeckt. Doch was versteht man unter dem Begriff „hybride Bedrohung“?

Eine „hybride Bedrohung“ ist eine gezielte Strategie gegen einen Staat. Angreifer kombinieren dabei politische, wirtschaftliche, digitale, geheimdienstliche und militärische Mittel – um Druck aufzubauen oder das Land zu destabilisieren.

Zu den Mitteln hybrider Kriegsführung zählen:

  • Geheimdienstliche Operationen und Sabotage: Spionage- und Sabotageaktionen, um sensible Informationen zu beschaffen oder kritische Infrastruktur zu beeinträchtigen.
  • Migration als Druckmittel: Gezielte Nutzung von Migrationsbewegungen, um politische Spannungen auszulösen und Gesellschaften zu polarisieren.
  • Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur: Angriffe auf Behörden, Unternehmen, Stromnetze oder Kommunikationssysteme, um Schaden anzurichten oder Informationen auszuspähen.
  • Desinformation und Propaganda: Gezielte Verbreitung von Falschinformationen über soziale Netzwerke und Medien, um Misstrauen, Ängste und gesellschaftliche Konflikte zu verstärken.
  • Militärische Mittel: Drohungen, Provokationen oder begrenzte militärische Aktionen, um politischen oder gesellschaftlichen Druck aufzubauen.
  • Wirtschaftlicher Druck und Energie als Waffe: Gezielte Nutzung wirtschaftlicher Abhängigkeiten, insbesondere im Energiebereich, um politischen Einfluss auszuüben.
  • Gesellschaftliche Polarisierung: Ausnutzen kultureller, religiöser oder ethnischer Konfliktlinien, um Gesellschaften zu spalten und den Zusammenhalt zu schwächen.

Das Ziel solcher Maßnahmen ist nicht die unmittelbare militärische Zerstörung. Stattdessen sollen sie zusammenwirken und Verunsicherung schaffen, politische Entscheidungen beeinflussen sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwächen.

Viele Fragen weiter offen

Die Einstufung als „hybrides Anschlagsszenario“ bedeutet nicht, dass bereits nachgewiesen wäre, wer hinter dem Vorfall steckt, oder dass es sich tatsächlich um einen hybriden Angriff handelt. Die Behörden haben bislang lediglich erklärt, dass sie den Fall unter diesem Blickwinkel bewerten. Dobrindt betonte mehrfach, dass die Ermittlungen noch laufen und derzeit weder Herkunft der Drohne, verwendete Technik oder Sprengstoffe noch mögliche Täter oder Auftraggeber feststünden.

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