Washington/Teheran – „Vier bis sechs Wochen …“ So lautete Donald Trumps (80) erste Prognose für den gemeinsam mit Israel begonnenen Krieg der USA gegen den Iran. Das war einmal. Inzwischen hat bereits der sechste Kriegsmonat begonnen. Ein Ende? Nirgendwo in Sicht. Im Gegenteil: Der militärische Showdown mit den Mullahs in Teheran breitet sich immer weiter aus. Die Gefahr eines Flächenbrandes wächst.
BILD zeigt, wie groß der Iran-Konflikt bereits geworden ist. Inzwischen sind 17 Staaten betroffen!
- Die ursprünglichen Kriegsparteien sind die USA, Israel und der Iran.
- Ins Visier iranischer Vergeltungsschläge gerieten auch Nahost-Staaten wie Jordanien, Irak, Syrien, Saudi-Arabien, Katar, Bahrain, Kuwait, der Oman und die Emirate. Selbst das Nato-Mitglied Türkei schoss iranische Raketen ab. Und der letzte Knalleffekt: In Ägypten wurde ein Flüssiggas-Terminal mit Drohnen angegriffen.
- Israels Parallelkrieg gegen die mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Terroristen traf Teile des Libanon.
Ukraine mischt plötzlich mit
Zuletzt wurde sogar die Ukraine in den Konflikt reingezogen: Kiew attackierte vergangenes Wochenende ein iranisches Frachtschiff im Kaspischen Meer. Laut ukrainischen Angaben transportierte es Waffen vom Iran nach Russland. Damit droht sogar ein Verschmelzen des Ukraine- und Iran-Kriegs.
Dramatisch bleibt die „Öl-Front“: Die Straße von Hormus ist weiterhin blockiert. Seit dem Eingreifen der vom Iran gesteuerten Huthi im Jemen ist nun auch die Schifffahrt durch die Meerenge Bab al-Mandab („Tor der Tränen“) bedroht – bisher ein Notausgang für Golf-Öl, das über Pipelines ans Rote Meer gelangt.
Gefährliche Achse Moskau-Teheran
Eine Klammer für beide Kriege gab es bereits durch die Achse Moskau–Teheran: Die Mullahs liefern Russland Raketen für den Angriff auf die Ukraine. Kreml-Despot Wladimir Putin (73) hilft dafür mit Satellitenbildern von US-Stützpunkten in Jordanien, Bahrain und Kuwait. Diese könnten den Mullahs bei der Zielerfassung für Vergeltungsschläge helfen.
Neue Kriegskoalitionen entstehen
Hinzu kommt: Erstmals griffen amerikanische und saudische Kampfjets gemeinsam Stellungen Iran-treuer Milizen innerhalb der irakischen Volksmobilisierungskräfte (PMF) an. Sechs iranische Berater sollen laut Medienberichten ums Leben gekommen sein. Saudi-Arabien selbst ist damit jetzt in zwei Kriege direkt verwickelt: gegen den Iran und gegen die vom Iran unterstützte Huthi-Terror-Miliz im Jemen.
Experte: „Regime demütigt Trump!“
Für Trump wird der Handlungsspielraum enger, sagt US-Politikexperte Scott Erb zu BILD: „Die US-Wirtschaft kann dauerhaft hohe Ölpreise nicht verkraften, während das Militär vor Engpässen bei wichtigen Waffensystemen warnt.“ Der ehemalige Militärgeheimdienstler Michael Pregent spricht aber von einem Ego-Faktor bei Trump: „Das Regime demütigt ihn – und wenn er bloßgestellt wird, schlägt er zurück …“ Die Spirale der Gewalt dürfte sich weiter drehen.