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Lothar Matthäus über Trump und Infantino: „Ich kotze“

Lothar Matthäus über Trump und Infantino: „Ich kotze“
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München – Lothar Matthäus (65) liebt und lebt den Fußball. Leidenschaftlich. Sein Leben lang. Noch nie war der Weltmeister von 1990 so wütend wie jetzt. Die politische Einflussnahme und die folgende Aussetzung der Roten Karte für US-Stürmer Folarin Balogun (25) seitens der FIFA bringen Matthäus aus der Fassung. „Ich kotze!“, schimpft er im Gespräch mit BILD. „Es kotzt mich an, dass sowas möglich ist.“

Nachdem Balogun für ein Foul im WM-Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) regelkonform Rot gesehen hatte und damit für das Achtelfinale gegen Belgien (Dienstag, 2 Uhr MESZ, ARD, Magenta TV und im BILD-Live-Ticker) gesperrt worden war, soll die US-Politik nach Recherchen mehrerer Medien bei der FIFA interveniert haben, um die Sperre zu kippen. Tatsächlich setzte die FIFA unter Präsident Gianni Infantino (56) Baloguns Sperre für ein Jahr auf Bewährung aus. US-Präsident Donald Trump (80) bedankte sich auf seinem Netzwerk „Truth Social“ beim Fußball-Weltverband: „Danke an die FIFA, dass sie das Richtige getan und eine große Ungerechtigkeit rückgängig gemacht hat! Präsident DONALD J. TRUMP.“

Inzwischen gab der US-Präsident zu, Infantino um eine Überprüfung gebeten zu haben.

Lothar Matthäus: „Ich kann und will nicht beurteilen, ob Trump in der Politik alles richtig macht. Aber nach dieser Aussage hat er für mich vom Fußball keine Ahnung. Andere Spieler bei dieser WM durften nach ähnlichen Vergehen nicht auf Bewährung weiterspielen.“

Matthäus versteht wegen der Entscheidung der Fifa die Welt nicht mehr: „Da geht es nicht mehr um Fußball, es geht um Manipulation. Das sind nicht die Werte, die ich gelernt habe. Es gibt im Fußball klare Regeln und an die haben sich alle zu halten. An der Roten Karte für Balogun gibt es überhaupt keinen Zweifel. Und jetzt soll der plötzlich doch spielen dürfen? Wie soll man das einem Kind erklären? Wenn sich die Berichte bewahrheiten, hat die FIFA ihre eigenen Regeln gebrochen und zugelassen, dass ihre Autonomie untergraben wird. Wenn Einfluss von politischer Seite möglich ist, kannst du den Fußball, den Sport, in die Tonne treten. Das wäre ein Game-Changer, der öffnet Tür und Tor. Was kommt als Nächstes?“

Von der FIFA, zu der Matthäus als fünfmaliger WM-Teilnehmer, Weltmeister und Weltfußballer grundsätzlich ein gutes Verhältnis hat, zeigt er sich enttäuscht. „Es macht mich traurig. Und nicht nur mich. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich immer mehr Menschen abwenden. Ein Verband wie die FIFA sollte so stark sein, dass er solchen Versuchen der Einflussnahme standhält. So macht sie sich endgültig unglaubwürdig. Das ist dann nicht mehr mein Fußball, den ich 60 Jahre geliebt habe. Ich werde das Spiel USA gegen Belgien nicht schauen. Balogun hat 0,0 das Recht zu spielen. Wäre er ein Held, würde er von sich aus verzichten. Aber das kann er sich wohl nicht erlauben. Genauso wenig wie Trainer Pochettino es sich leisten kann, ihn nicht aufzustellen. Dann könnte er besser noch vor dem Anpfiff seine Koffer packen.“

Sollte Balogun tatsächlich spielen und womöglich sogar ein Tor schießen, würde der Skandal weiter eskalieren. Eine Beschwerde des belgischen Verbandes gegen die Aussetzung der Sperre Baloguns erklärte die FIFA für unzulässig.

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