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María del Carmen Abascal: Spanien trauert um das Gesicht einer Protestbewegung

María del Carmen Abascal: Spanien trauert um das Gesicht einer Protestbewegung
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Madrid – Fast ihr ganzes Leben verbrachte María del Carmen Abascal (87) in ihrer Wohnung. 70 Jahre lang war sie ihr Zuhause. Doch dann kam die Zwangsräumung. Die Seniorin konnte sich die Miete mit ihrer kleinen Rente nicht mehr leisten. Auf einer Trage wurde die schwerbehinderte Frau aus ihrer Wohnung getragen. Diese Bilder gingen um die Welt und entfachten eine gigantische Protestbewegung gegen Mietwucher in Spanien. Am Mittwoch verstarb die Rentnerin im Krankenhaus – ohne noch einmal in ihrem geliebten Zuhause gewesen zu sein.

Ihr Schicksal brachte Tausende auf die Straße. Sie demonstrierten für mehr Fairness, trugen Banner und Plakate mit dem Gesicht von „Maricarmen“, wie die Seniorin von der Bewegung genannt wurde. Der Grund für die Wut: Laut der Immobilien-Website Idealista hat sich die Durchschnittsmiete in Spanien in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt.

Schweigeminute auf der Puerta del Sol

Die Demonstranten, die auf dem zentralen Platz Puerta del Sol in Madrid campierten, legten eine Schweigeminute ein, nachdem sie von Marías Tod erfahren hatten. Allein in der Hauptstadt kamen am Abend an mehreren Orten Menschen zusammen, um zu trauern. Sie stellten Kerzen auf und hinterließen emotionale Nachrichten für die verstorbene Rentnerin.

Doch es waren nicht nur Trauer und Tränen auf den Straßen von Madrid zu sehen. Die Menschen sind wütend – auf die Politik und die Immobilienfirmen. „Maricarmen lebt, der Kampf geht weiter“, skandierten einige Demonstranten nahe dem spanischen Parlament. Die Polizei stellte Absperrungen auf, Hundertschaften standen bereit.

Eine der Demonstrantinnen war die 32-jährige Iciar López. „Und vor allem der Gedanke, dass die Ursache, das Gesicht dieser ganzen Revolution, nicht mehr sehen kann, ob etwas dabei herauskommt … das macht mich ehrlich gesagt am meisten wütend“, sagte sie der Nachrichtenagentur „The Associated Press“.

„Sie haben sie umgebracht“

Ein anderer Demonstrant, der 22-jährige Eugenio Melchor, findet noch deutlichere Worte: „Maricarmen wollte nur in ihrem Haus sterben. Sie hat um nichts anderes gebeten. Sie haben sie umgebracht. Ich meine, es gibt kein anderes Wort dafür, und ich hoffe, dass die Verantwortlichen dafür bezahlen und vor Gericht gestellt werden.“

Vor dem Tod von María del Carmen Abascal war erwartet worden, dass sie zurück in ihre Wohnung darf. Die Immobilienfirma hatte sie vertrieben, um die Wohnung teurer zu vermieten. Unter dem öffentlichen Druck gab sie schließlich nach. Doch die Rückkehr in ihr geliebtes Heim erlebte die Seniorin nicht mehr.

Die Madrider Mietervereinigung bezeichnete den Tod der Seniorin als „völlig vermeidbare Situation nach einer erschütternden Tortur“. Maricarmen wuchs in der Wohnung auf. Sie lebte dort mit ihren Eltern und ihrem Bruder. Ihre Eltern starben in der Wohnung.

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