Frankfurt – Auch bei Markus Krösche (46) war die Erleichterung über den 1:0-Sieg gegen Köln groß. „Der Druck war da, ich bin erleichtert“, hält der Sport-Vorstand nach Abpfiff fest. Der erste Heimerfolg seit März war ultrawichtig. Zumal am Montag die Mitgliederversammlung am Main ansteht. Bei einer Niederlage wäre die Stimmung da richtig mies gewesen. „Es ist immer gut, wenn man vor einer Mitgliederversammlung gewinnt“, gibt Krösche zu. Trotzdem wird’s zum Wochenstart direkt wieder brisant. Denn neben der Wiederwahl von Präsident Mathias Beck (55) wird es auch um seine Zukunft gehen.
Denn das Ende der Ära Krösche rückt in Frankfurt immer näher. Wie BILD erfuhr, wird selbst auf der obersten Bosse-Ebene des Klubs nicht mehr damit gerechnet, dass der Sport-Vorstand sein Amt noch lange über das Winter-Transferfenster hinaus ausführen wird. Aktuell wird sich sogar gefragt, ob Krösche diese Wechselperiode noch machen wird. Nach über 5 Jahren am Main bahnt sich also das Ende einer überwiegend sehr erfolgreichen Amtszeit an.
Präsident Beck wird Eintracht-Zeitenwende einläuten
Darauf muss das Umfeld vorbereitet werden und genau das will Beck nach BILD-Infos am Montag – wenn auch zwischen den Zeilen – machen. Ursprünglich wollte der Präsident, der gleichzeitig auch Aufsichtsratsvorsitzender ist, den Krösche-Vertrag sogar über 2028 hinaus verlängern. Doch nachdem schnell klar war, dass Krösche das nicht will, wird nun in Frankfurt eine neue Zeit eingeläutet.
Die Verantwortlichen sind sich nach den Erfahrungen aus den letzten Monaten einig: Das bisherige Transfermodell, Talente für ordentliches Geld kaufen und teurer verkaufen, greift nicht mehr. Weil die Preise für diese Art Spieler explodiert sind, wird das finanzielle Risiko dieser Strategie mittlerweile als zu hoch angesehen.
Deswegen wurde bereits unter Krösche der Weg eingeschlagen, dass die Top-Talente in Zukunft aus dem eigenen Nachwuchs kommen sollen. Das soll ohne den Spitzen-Manager weitergeführt und intensiviert werden. Auch sportlich wird Frankfurt eine Kurs-Anpassung vornehmen – weg von Champions-League-Träumen hin zu mehr Stabilität.
Da werden im Klub auch große Stücke auf Adi Hütter (56) gesetzt. Mit der Arbeit des Trainers sind alle Verantwortlichen hochzufrieden. Das soll auch am Montag auf der Mitgliederversammlung noch mal deutlich zum Ausdruck gebracht werden. Den Österreicher wird das anstehende Krösche-Ende nicht groß betreffen. Bereits bei seiner Einstellung im Sommer war klar: Krösche und Hütter werden nicht das Eintracht-Duo der Zukunft sein.
Suche nach Krösche-Nachfolger läuft
Natürlich wird hinter den Kulissen nun die Suche nach einem neuen Sport-Boss intensiviert. Auf der Kandidatenliste stehen aktuell mehrere Namen. Joti Chatzialexiou (50/Nürnberg) und Christoph Spycher (48/Bern) sind nur zwei davon. Auch eine Rückkehr von Pirmin Schwegler (39/Wolfsburg) oder sogar Fredi Bobic (54/Warschau) ist hinter den Kulissen jeweils ein Gedankenspiel. Kurios: Bobic war beim Köln-Spiel als Sky-Experte im Einsatz, scherzte nach dem ersten Frankfurt-Heimsieg seit März noch in Richtung Hütter: „Da kann ich ja wiederkommen.“ Das war natürlich vorrangig als Experte gemeint. Ob eine Rückkehr als Sport-Boss wirklich heiß wird? Offen! Es gibt jedenfalls noch andere Kandidaten.
Klar ist aber: Krösche wird aufgrund seiner zahlreichen sportlichen und finanziellen Erfolge sowie seines exzellenten Rufs riesige Fußstapfen am Main hinterlassen. Auch deswegen stellt Mathias Beck das Eintracht-Umfeld jetzt bereits auf die Zeit nach Krösche ein.