Politik

„MrWissen2go“: YouTube-Star gibt Corona-Fehler zu

„MrWissen2go“: YouTube-Star gibt Corona-Fehler zu
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Berlin – Millionen junge Menschen kennen ihn als „MrWissen2go“, lernen mit seinen Videos für Schularbeiten: Mirko Drotschmann (40) gehört zu den bekanntesten YouTubern Deutschlands (2,4 Mio. Abonnenten), berichtet dort u. a. über historische und politische Themen. Zudem ist der Journalist regelmäßig an Schulen unterwegs, wo er mit Jugendlichen über Politik, Fake News, Künstliche Intelligenz (KI) und Zukunftsängste diskutiert.

Im Podcast-Interview mit BILD-Vize Paul Ronzheimer spricht Drotschmann über Missstände an deutschen Schulen, die Folgen von Migration im Klassenzimmer und Fehler aus der Corona-Pandemie, die bis heute nachwirken. Dabei übt er auch Selbstkritik an der eigenen Berichterstattung. Das sagt Mirko Drotschmann über …

… marode Schulen in Deutschland: „In kaputten Gebäuden mit dreckigen Klos lernt es sich eben nicht so gut wie in Gebäuden, die eine angenehme Umgebung darstellen“, so Drotschmann. Umso mehr habe ihn geärgert, dass Schulsanierungen beim großen Schuldenpaket aus seiner Sicht kaum eine Rolle spielten: „Das ist eins der großen Themen.“ Und weiter: „Die Lehrer gehen oft auf dem Zahnfleisch, leisten, was sie können, aber irgendwann sind sie auch ausgebrannt und auch frustriert.“

„Junge Menschen wurden extrem alleingelassen in der Pandemie“

… die Folgen von Migration im Klassenzimmer: Gerade von Grundschullehrern höre er immer wieder: „Da kommen Leute in die erste Klasse, denen muss ich erst mal Deutsch beibringen.“ Es sei abhängig vom Elternhaus, ob die Deutschkenntnisse dann besser würden. Seine Sorge: „Wenn die Leute schon mit schlechten Deutschkenntnissen starten und das sich auch nicht bessert im Laufe der Jahre, wie sollen die dann irgendwann mal eine Berufsausbildung machen und im Berufsleben ankommen?“

… die Corona-Politik: „Junge Menschen wurden extrem alleingelassen während der Pandemie.“ Es habe „keinen klaren Plan für junge Menschen“ gegeben. Seine Kritik: „Während in den Behörden – also ich sage es mal sehr polemisch – längst Luftfilter installiert waren, mussten die Schüler alle noch mit Maske dasitzen und ständig ist der Unterricht ausgefallen.“ Die Folgen dieser Zeit seien bis heute sichtbar, sagt Drotschmann: „Psychische Krankheiten sind massiv angestiegen seit der Corona-Pandemie.“ Heute zieht er ein klares Fazit: „Im Nachhinein finde ich, die Schulschließungen und auch die Kita-Schließungen, das war die falsche Entscheidung. Das hätte man anders machen müssen.“

„Ich hätte mir von mir selbst schon im Nachhinein gewünscht, Dinge kritischer anzusprechen“

… die Corona-Berichterstattung in den Medien, auch seine eigene: „Ich hätte mir von mir selbst schon im Nachhinein gewünscht, Dinge kritischer anzusprechen, insbesondere Schulschließungen zum Beispiel“, sagt er. Manche Maßnahmen erscheinen ihm rückblickend kaum noch nachvollziehbar: „Warum man auf einem freien Feld bei einem Konzert eine Maske tragen musste, erschließt sich mir jetzt im Nachhinein auch nicht mehr so ganz.“ Sein Fazit: „Ich glaube, wir haben uns da wirklich Dinge angetan, die noch lange nicht verheilt sind. Und die Medien haben da auch ihre Rolle gespielt, definitiv.“

… das Vertrauen in viele Medien in der Pandemie: „Ich glaube, nicht nur bei jungen Menschen, sondern allgemein hat das für einen Vertrauensverlust gesorgt“, sagt er. Die damals vorherrschende mediale Meinung habe vielfach mit der Position der Regierung übereingestimmt. Gerade im Osten habe das bei manchen Menschen das Gefühl ausgelöst: „Das hatten wir doch schon mal, dass die Medien das sagen, was auch die Politiker sagen.“

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