Ceuta – Spanien zieht Konsequenzen aus dem Massenansturm auf die Exklave Ceuta! Nachdem seit Donnerstag rund 50.000 illegale Migranten die Grenze zu Fuß oder über das Meer überquert hatten, errichten die Behörden jetzt eine 500 Meter lange Schwimmsperre vor der Küste. Die Barriere wird an der Grenzanlage von Tarajal installiert – dort, wo in den vergangenen Tagen besonders viele Migranten nach Ceuta gelangten. Nach Angaben der spanischen Regierung ragt die Sperre zwischen 30 und 70 Zentimeter aus dem Wasser und reicht bis zu einem Meter unter die Wasseroberfläche. Zusätzlich werden Bojen verankert. Ein schmaler Durchlass bleibt frei, damit Boote der spanischen Polizei (Guardia Civil) weiterhin patrouillieren können.
In der Nacht zum Samstag blieb die Lage erstmals ruhig. Nach Angaben der spanischen Regierung gab es keine neuen größeren Grenzübertritte. Am Strand von Tarajal patrouillierten Soldaten und Polizisten, während Arbeiter mit dem Aufbau der Sperre begannen.
Bei dem Massenansturm kamen nach Behördenangaben mindestens 67 Menschen ums Leben. Mehr als 48.000 der rund 50.000 Migranten seien inzwischen nach Marokko zurückgekehrt, teilte die spanische Regierung mit. Die Rückführungen seien weitgehend ohne Zwischenfälle verlaufen.
Die Ereignisse beschäftigen inzwischen ganz Europa. Auf EU-Ebene laufen Krisengespräche über die Folgen des Massenansturms. Mehrere Mitgliedstaaten fordern zusätzliche Maßnahmen zum Schutz der EU-Außengrenzen sowie mehr Unterstützung für Spanien, etwa durch die Grenzschutzagentur Frontex.
Spaniens sozialistischer Ministerpräsident Pedro Sánchez (54) bezeichnete den Grenzansturm als Verletzung der territorialen Souveränität seines Landes. Zugleich betonte seine Regierung, dass Migranten, die Ceuta erreichen, nicht automatisch in den Schengen-Raum weiterreisen können. Wer die Exklave per Fähre oder Flugzeug verlassen will, werde zusätzlich von der Polizei kontrolliert.