Islamabad (Pakistan) – Traurige Gewissheit nach dem Lawinenunglück am Broad Peak in Pakistan: Der weltbekannte Extrem-Bergsteiger Nirmal Purja (43) ist tot. Sein Unternehmen Elite Expeditions bestätigte am Samstag den Tod des Nepalers mit britischer Staatsbürgerschaft. „In tiefer Trauer und mit unermesslichem Herzschmerz bestätigen wir, dass Nirmal Purja in tragischer Weise sein Leben nach der Lawine am Broad Peak verloren hat“, erklärte die Firma.
Am Vorabend hatte die Regionalregierung von Gilgit-Baltistan mitgeteilt, dass bereits die Leichen von drei weiteren Mitgliedern der internationalen Expedition gefunden worden seien. Dabei handelt es sich um eine US-Amerikanerin, eine Omanerin und einen Nepalesen. Die Suche nach weiteren Vermissten läuft weiter.
Weitere Leichen entdeckt
Die Rettungskräfte hatten ihre Suche nach vermissten Mitgliedern der Gruppe am Samstag fortgesetzt, nachdem die Suche am Freitag wegen schwieriger Wetterbedingungen unterbrochen werden musste. Auf Drohnenaufnahmen seien weitere Leichen zu erkennen, erklärte die Regionalregierung.
Die Lawine hatte die zehnköpfige Expedition am Donnerstag erfasst, als die Gruppe in rund 6600 Metern Höhe zum Gipfel des 8047 Meter hohen Broad Peak aufstieg. Nach Angaben von Naila Kiani vom pakistanischen Alpinismus-Verein ACP deuten Daten der Ortungsgeräte darauf hin, dass die Bergsteiger mehrere hundert Meter den Hang hinabgeschleudert wurden.
Alle 14 Achttausender bestiegen
Der 43-jährige Purja hatte zuletzt versucht, als erster Mensch alle 14 Achttausender der Erde zweimal ohne zusätzlichen Sauerstoff zu besteigen. Purja hatte bereits 2019 alle 14 Achttausender innerhalb von sechs Monaten und sechs Tagen bestiegen. 2021 gelang ihm gemeinsam mit neun weiteren Nepalesen die erste Winterbesteigung des K2 an der Grenze zwischen Pakistan und China.
Der Broad Peak im Karakorum-Gebirge ist der zwölfthöchste Berg der Welt. Er wurde 1957 erstmals von einer österreichischen Expedition bestiegen.