Wirtschaft

Plus von 147 Millionen Euro – Bahn verzeichnet zum ersten Mal seit sieben Jahren schwarze Zahlen

Plus von 147 Millionen Euro – Bahn verzeichnet zum ersten Mal seit sieben Jahren schwarze Zahlen

Die Deutsche Bahn kann trotz unpünktlicher Züge und maroder Infrastruktur auf ein wirtschaftlich erfolgreiches erstes Halbjahr zurückschauen. Der bundeseigene Konzern erzielte unterm Strich ein Plus von 147 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2025 stand beim Ergebnis nach Steuern noch ein Minus von 760 Millionen Euro zu Buche. Wie die Bahn mitteilte, verbesserte sich das operative Ergebnis (Ebit) um 650 Millionen Euro auf 415 Millionen Euro.

Der Umsatz stieg leicht um 1,8 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro. Der Konzern erwarte auch für das Gesamtjahr schwarze Zahlen, hieß es.

„Zum ersten Mal seit sieben Jahren schreibt unser Eisenbahngeschäft unterm Strich wieder schwarze Zahlen“, sagte Bahnchefin Evelyn Palla einer Mitteilung zufolge. Sie sei aber erst zufrieden, „wenn auch die Qualität im täglichen Eisenbahnverkehr überzeugt“.

Als Gründe für das bessere Ergebnis nannte die Bahn den begonnenen Konzernumbau, der auch Kostensenkungen und Personalabbau in der Konzernleitung und bei den internen Dienstleistern vorsieht. Im Rahmen des Konzernumbaus soll die Bahn zudem dezentraler aufgestellt werden. Dabei soll mehr Verantwortung in die Fläche gegeben, die örtlichen Zuständigen dann aber auch klar an ihren Zahlen gemessen werden.

„Alle Geschäftsfelder der DB haben ihr operatives Ergebnis im ersten Halbjahr 2026 stabil positiv gehalten oder verbessert“, teilte die Bahn mit. Gleichzeitig seien die Investitionen des DB-Konzerns im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2025 erneut kräftig gestiegen.

Bilger will Pünktlichkeitswerte verbessern

Der neue Verkehrsminister, Steffen Bilger (CDU), nannte die Zahlen der Bahn im ARD-„Morgenmagazin“ erfreulich. Er kündigte an, noch heute die Bahnchefin zu treffen und mit den Vorsitzenden der Gewerkschaften zu sprechen.

Zugleich dringt Bilger auf schnellere Verbesserungen für Fahrgäste der Bahn. Laut der Sendung „Frühstart“ von ntv/RTL geht es dabei auch um die Pünktlichkeitsziele. „Ich kann jetzt nicht als neuer Minister sagen, ich will einfach mehr, wenn es nicht möglich sein sollte“, erläuterte Bilger. „Aber gemeinsam mit der Bahn müssen wir dran arbeiten, dass wir schneller besser werden, auch was die Pünktlichkeitswerte anbelangt.“

Sorgenkinder bleiben der Güter- und der Fernverkehr. Letzterer schloss nach Verlusten im vergangenen Jahr zwar wieder mit einem operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ab. DB Cargo allerdings ist nach wie vor mit rund einer Million Euro in der Verlustzone – auch wenn damit die schwarze Null zum Greifen nah sei, wie die Bahn betonte. Das Unternehmen muss ab diesem Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben, sonst drohen Konsequenzen der EU-Kommission.

Wegen der hohen Investitionen ins Netz seien die Schulden hingegen wieder gestiegen – um rund eine Milliarde auf 21,6 Milliarden Euro, hieß es. Mit dem Verkauf der gut laufenden Logistiktochter Schenker hatte die Bahn im vergangenen Jahr einen großen Teil ihrer hohen Verbindlichkeiten abbauen können.

Die Bahn steckt seit Jahren in der Krise, sowohl im Betrieb auf der Schiene als auch wirtschaftlich. Im Gesamtjahr 2025 verzeichnete die Bahn unter dem Strich einen Verlust von rund 2,3 Milliarden Euro. Grund dafür waren hohe Abschreibungen im Fernverkehr.

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