Washington – Der nun mehr als fünf Monate wütende Irankrieg lässt Amerikas Militär teilweise entblößt zurück. Und die Warnungen aus der US-Militärführung werden lauter. Jetzt soll der ranghöchste US-Kommandeur in Europa Klartext gesprochen haben: Laut Medienberichten warnte General Alexus Grynkewich (54) vor einem Szenario, in dem die Verteidigung des amerikanischen Heimatlandes Vorrang vor dem Schutz Israels erhalten könnte.
Das würde Israel deutlich verwundbarer machen. Denn US-Zerstörer mit leistungsstarken Radarsystemen und Abfangraketen schossen seit Kriegsbeginn zahlreiche iranische Geschosse vom Himmel. Mehr als fünf Monate dauert der Irankrieg inzwischen. US-Präsident Donald Trump (80) hatte anfangs noch mit „vier bis sechs Wochen“ gerechnet. Jetzt jedoch gehen die Reserven langsam zur Neige, so die „Washington Post“.
US-Marine unter Dauerdruck
Besonders die US-Kriegsmarine ist überlastet. Ihre Schiffe setzen die Blockade iranischer Häfen durch und schützen gleichzeitig amerikanische Stützpunkte im Nahen Osten vor Mullah-Attacken. Grynkewich soll gerade gewarnt haben: Die verbliebenen Abwehrraketen könnten bald für den Schutz der Vereinigten Staaten selbst benötigt werden – statt zur Verteidigung Israels.
Das von ihm geführte US-Europakommando ist auch für Zerstörer im Mittelmeer verantwortlich, die Israel bei der Raketenabwehr unterstützen. Gleichzeitig muss das Militär in Europa auch auf mögliche Bedrohungen durch Russland reagieren. Besonders der Zustand der Flotte bereitet Sorgen. Bei fünf derzeit eingesetzten Zerstörern wären Reparatur- und Wartungsarbeiten nötig. Wegen des Dauereinsatzes wurden sie jedoch aufgeschoben.
Neue zweite Huthi-Front droht
Der Kriegseintritt der Huthi-Terrormiliz im Jemen verschärft die Lage zusätzlich. Die vom Iran unterstützten Milizen verfügen über eigene Raketenarsenale und könnten Israel von einer weiteren Front aus neuerlich angreifen.
Das Kernproblem für das Pentagon unter Verteidigungsminister Pete Hegseth (46): Die USA müssen immer mehr Stützpunkte, Regionen und Verbündete schützen – während Schiffe, Abfangraketen und Wartungskapazitäten knapp werden. Das Weiße Haus und das Pentagon äußerten sich zunächst nicht zu dem Bericht.