Bangkok (Thailand) – Die Szenen erinnern erschreckend an den Neujahrsmorgen 2026: Als in der Bar „Le Constellation“ im Schweizer Skiort Crans-Montana Sprühkerzen die Schaumstoff-Decke entzündeten, starben 41 Menschen. 115 weitere wurden teils schwer verletzt. Sieben Monate später in einer Bar in Bangkok: Flammen schießen aus dem Eingangsbereich, Besucher rennen um ihr Leben. In einem Nachtlokal im Bangkoker Bezirk Chatuchak brach kurz vor Mitternacht (Ortszeit) ein verheerendes Feuer aus. Mindestens 27 Menschen starben. 63 weitere Personen wurden verletzt, 22 davon lebensgefährlich, wie die Behörden mitteilten.
Nach Angaben der Rettungskräfte ging der Notruf gegen Mitternacht ein. Als die Feuerwehr eintraf, stand das Lokal „Rong Beer Na Lat Phrao“ bereits in Vollbrand. Dichter schwarzer Rauch quoll aus dem Gebäude, meterhohe Flammen schlugen aus dem Eingang. Erst nach rund einer halben Stunde konnten die Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle bringen.
Klimaanlage soll Feuer ausgelöst haben
Thailands Regierungschef Anutin Charnvirakul bestätigte am Unglücksort den Tod von mindestens 27 Menschen. Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender Thai PBS berichtete von mindestens 30 Todesopfern. Demnach seien bereits 17 Frauen und acht Männer unter den Opfern identifiziert worden. Ob sich darunter auch Urlauber befinden, ist noch unklar. Mehrere Verletzte wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Ersten Einschätzungen der Katastrophenschutzbehörde zufolge löste ein Kurzschluss in einer Klimaanlage an der Decke den Brand aus.
Schlimme Erinnerungen an Crans-Montana
Zeugen zufolge brach das Feuer im vorderen Bühnenbereich aus und breitete sich schnell aus. Laut lokalen Medien flüchteten zahlreiche Gäste in ihrer Verzweiflung in die Toiletten des Lokals. Demnach seien dort viele der Todesopfer gefunden worden. Mehrere Verletzte lagen auf der Straße und wurden dort von Rettungskräften versorgt. Ein Feuerwehrmann berichtete, die meisten Überlebenden hätten Rauchvergiftungen erlitten.
Der Gouverneur von Bangkok, Chadchart Sittipunt (60), sagte Reportern, dass zwei Notausgänge blockiert gewesen seien. Vor einem hätten Bierkisten gestanden, vor dem anderen ein Tisch. Es sind erschreckende Parallelen zur Feuer-Katastrophe in Crans-Montana: Die Decke habe laut einer Zeugin aus schalldämmendem Schaumstoff bestanden, was zur schnellen Ausbreitung des Feuers beigetragen haben könnte. Auch beim Brand in der Schweizer Bar beschleunigte eine Schaumstoffdecke den Brand, ein Mitarbeiterausgang war verschlossen.
Nicht der erste Brand mit Toten
Das Lokal liegt im Norden Bangkoks und zählt zu den beliebten Ausgehorten der Millionenmetropole. Das Viertel zieht auch viele Touristen an. Bilder vom Unglücksort zeigen das Ausmaß der Zerstörung: verkohlte Tische und Stühle, verrußte Wände und ein völlig ausgebranntes Innere.
Es ist nicht das erste schwere Feuer in einem thailändischen Nachtlokal. Erst 2022 kamen bei einem Brand in einem Musikpub im Osten des Landes 26 Menschen ums Leben.
Besonders in Erinnerung blieb die Brandkatastrophe in der Silvesternacht 2008 auf 2009: Im Bangkoker Santika-Nachtclub starben 66 Menschen, mehr als 200 weitere wurden verletzt. Als Ursache galt damals ein Feuerwerk, das im Inneren des Clubs gezündet worden war.