Zwei Weltrekorde an einem Abend – und das innerhalb von nur 40 Minuten! Beim Leichtathletik-Meeting in Zürich schrieben der Brasilianer Alison dos Santos und die Amerikanerin Masai Russell Geschichte. Dos Santos stürmte über 400 Meter Hürden in 45,80 Sekunden ins Ziel und pulverisierte damit die bisherige Bestmarke von Norwegens Star Karsten Warholm. Der hatte den Rekord bei Olympia 2021 in Tokio aufgestellt – jetzt ist er ihn los.
Warholm musste sich in der Schweiz mit 46,69 Sekunden und Platz zwei begnügen. Die Differenz: 14 Hundertstelsekunden. Dos Santos unterbot seine eigene persönliche Bestleistung um fast eine halbe Sekunde!
Russell knackt die Bestmarke
Auch Masai Russell lieferte ab. Die US-Amerikanerin rannte über 100 Meter Hürden in 12,09 Sekunden zum Weltrekord. Die bisherige Bestmarke der Nigerianerin Tobi Amusan aus dem Jahr 2022 knackte sie um drei Hundertstel. Amusan wurde in Zürich in 12,23 Sekunden Zweite.
Dos Santos legte im Stadion Letzigrund von Beginn an ein Höllentempo vor – und hielt es auch auf der Zielgeraden. Der Weltmeister von 2022 feierte seine Fabelzeit anschließend mit einer Brasilienfahne. Für beide Athleten gab es eine zusätzliche Weltrekord-Prämie: 80.000 US-Dollar, umgerechnet rund 68.700 Euro.
„Mir fehlen die Worte“
Dos Santos nach dem Rennen: „Die Zuschauer und die Stimmung waren perfekt. Ich glaube, dieser Abend war fantastisch für mich und für alle, die gekommen sind, um zuzuschauen – ich habe es für alle getan.“ Und weiter: „Das war ein unglaublicher Abend, mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, was gerade passiert ist.“ Der entthronte Rivale Warholm zeigte sich fair. „Er war brillant.“
Deutsche Athleten auf den hinteren Plätzen
3.000-Meter-Hindernis-Europameisterin Gesa Krause belegte beim Sieg der Kenianerin Faith Cherotich (8:55,82 Minuten) in 9:12,27 Minuten den sechsten Platz. Lea Meyer wurde in 9:13,50 Minuten Siebte, die EM-Dritte Olivia Gürth landete mit einer persönlichen Bestzeit von 9:15,07 Minuten auf Rang acht.
Über 1.500 Meter wurde der deutsche Rekordhalter Robert Farken in 3:32,63 Minuten ebenfalls Achter. Es gewann der Amerikaner Cole Hocker (3:31,71 Minuten). Platz acht belegte auch Speerwerfer Thomas Röhler mit 79,86 Metern. Den Sieg sicherte sich Rumesh Tharanga Pathirage aus Sri Lanka mit 92,07 Metern.