Tick! Tick! Tick! Die Zeit für Gianni Infantino (56) als Fifa-Präsident läuft ab. Mehrere Medien haben bereits enthüllt, wie ein Sturzplan der Infantino-Gegner aussehen könnte. Vier Namen werden nun als Infantino-Herausforderer gehandelt.
Nachdem die Fifa am Samstag offiziell den Teilverkauf der WM an eine Investoren-Gruppe (u.a. mit Trumps Schwiegersohn-Bruder Joshua Kushner) zurückgezogen hat, geht es jetzt um Infantino selbst.
Die Uefa hat ihm in einer offiziellen Erklärung das Vertrauen entzogen und kündigt an: „Wir müssen die Verantwortlichen benennen und zur Rechenschaft.“
Sturz-Plan für den Fifa-Präsidenten
Wie soll das gehen?
Die gut informierte „Sunday Times“ beschreibt einen möglichen Ablauf:
▶ Infantino soll sich bei einer Sondersitzung des Fifa-Councils, der Regierung des Weltverbandes, erklären. Dort würde er zum Rücktritt aufgefordert.
Dieses sogenannte Fifa-Council ist das wichtigste Entscheidungsgremium der Organisation zwischen den Fifa-Kongressen und besteht aus 37 Mitgliedern. Um eine Krisensitzung einzuberufen, müssten mindestens 19 Teilnehmer dafürstimmen, schreibt die BBC. Das Treffen müsste innerhalb von zwei Wochen stattfinden. Eine Rücktrittsaufforderung könnte Infantino dann aber auch einfach ablehnen.
▶ Falls der Schweizer erwartungsgemäß ablehnt, sofort zu gehen, wird ein Gegenkandidat aufgebaut. Infantino-Gegner aus Europa, Asien und Mittel-/Nordamerika müssten sich auf einen Herausforderer einigen.
Diese 4 werden als Infantino-Herausforderer gehandelt
Zunächst galt Nasser Al-Khelaifi (52) als Favorit, der katarische Besitzer von Paris Saint-Germain. Doch er ließ bereits mitteilen, am Posten des Fifa-Chefs kein Interesse zu haben. So bleibt er vorerst Mitglied im Uefa-Exekutivkomitee und Vertrauter von Uefa-Präsident Aleksander Ceferin.
Aleksander Ceferin (58) selbst wäre ein logischer Herausforderer. Der slowenische Rechtsanwalt hat aber schon eine erneute Kandidatur 2027 für den europäischen Dachverband ausgeschlossen. Nach einer gewissen Zeit brauche jede Organisation „frisches Blut“, sagte er. Diese Erkenntnis ist aber mittlerweile schon mehr als zwei Jahre alt. Und ob sie auch für ihn und die Fifa gilt, ist eine andere Frage.
Im Gespräch ist auch der asiatische Verbands-Boss Scheich Salman bin Ibrahim Al Chalifa (60) aus Bahrain. 2016 hatte er schon einmal Gianni Infantino herausgefordert. Damals setzte sich der Schweizer bei der Präsidentenwahl der Fifa aber knapp gegen den Funktionär aus Bahrain durch, der sich mit Vorwürfen der Korruption und Verletzung der Menschenrechte konfrontiert sah.
Auch Victor Montagliani (60), Präsident des für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständigen Kontinentalverbands Concacaf, werden laut Medienberichten entsprechende Ambitionen nachgesagt.
Ein weiterer Name: Mattias Grafström (45). Der gebürtige Schweizer wurde nach einer Interimszeit 2024 als Nachfolger der Senegalesin Fatma Samoura offiziell FIFA-Generalsekretär. Grafström ist eigentlich ein enger Vertrauter von Gianni Infantino. Medienberichten zufolge soll er aber angeblich die Chance auf den höchsten Posten im Weltfußball sehen.
Bis zum 18. November können Kandidaten ihre Bewerbungen für die Wahl zum Fifa-Präsidenten einreichen. Einen offiziellen Gegenkandidaten zu Infantino gibt es aber bisher nicht.
▶ Alternative Sturz-Möglichkeit: 43 der 211 Fifa-Mitglieder beantragen einen außerordentlichen Kongress und bekommen die Mehrheit für ein Misstrauensvotum gegen Infantino. Dann wäre er bereits vor der regulären Wahl im März 2027 weg.
Infantino kämpft um sein Amt
Inzwischen sollen auch die Hauptsponsoren der Fifa alarmiert sein wegen der Flut an negativen Reaktionen zu Infantinos Verkaufs-Verhandlungen. Die beteiligte Bank JP Morgan soll ihrerseits aus dem Projekt ausgestiegen sein wegen des weltweiten Protests.
Laut „Sunday Times“ wollte Infantino nach seiner dritten Amtszeit als Fifa-Präsident (Ende 2031) der neue Oberboss der WM-Firma werden. Mit 30 Millionen Dollar (26 Mio. Euro) Jahresgehalt – und das noch ohne Bonizahlungen. Dies allerdings bestreitet die Fifa.
Was passiert jetzt? Infantino kämpft um sein Amt. Seine Vertrauten sprechen mit Vertretern der Länder, von denen sie sich Unterstützung erhoffen. Hauptsächlich aus Afrika und Südamerika.
BILD meint: Hält die Koalition aus Europa, Asien und Mittel-/Nordamerika, hat Infantino keine Chance mehr. Tick! Tick! Tick!