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Todesraser sah die kleine Avin, drückte trotzdem aufs Gas

Todesraser sah die kleine Avin, drückte trotzdem aufs Gas
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Hürth (NRW) – Vier Sekunden lang zeigte die Ampel schon Rot. Dennoch raste Matwej D. (21) einfach weiter und erfasste eine Gruppe Viertklässler. Die zehnjährige Schülerin Avin und ihr Begleiter (25) starben bei dem Zusammenstoß. Jetzt wurde der Fahrer zu viereineinhalb Jahren Haft nach Jugendstrafrecht verurteilt.

„Das Maß an Sorgfaltswidrigkeit, das Sie begangen haben, war außergewöhnlich hoch“, sagte der Richter, nachdem er das Urteil vor dem Landgericht Köln verkündet hatte. Außergewöhnlich hoch sei auch das Leid, das etwa den Eltern und Mitschülern der Opfer widerfahren sei. „Ihre Tat hat eine gesamte Kleinstadt, die Stadt Hürth, in Schockstarre versetzt.“

Der Prozess lief über sieben Verhandlungstage, dabei wurde der Unfall an Ort und Stelle rekonstruiert. An der viel befahrenen Straße in Hürth bei Köln sollte herausgefunden werden, ob und ab wann Matwej D. die Gruppe sehen konnte. Denn an der Unfallstelle geht es bergauf. Die Gruppe hatte am Unfalltag Warnwesten und bunte Käppis getragen.

Das Gericht war am Ende davon überzeugt, dass D. sie gesehen haben muss. Er habe aber wohl „auf einen guten Ausgang gehofft“. Erst als er die Ampel überquerte, habe er noch versucht zu bremsen. „Er bremst in dem Moment, wo er bemerkt: Das geht nicht mehr gut“, sagte der Richter.

Eltern wollen keine Entschuldigung

Die Eltern des Begleiters und auch Vater, Mutter und ein Bruder von Avin waren Nebenkläger im Prozess. Eine Entschuldigung des Angeklagten hatten die Nebenkläger als zu spät abgelehnt. Neben der Haftstrafe verhängte das Gericht noch eine Führerscheinsperre von zwei Jahren und elf Monaten gegen den Todesfahrer. Den Eltern und Geschwistern der beiden Getöteten sprach das Gericht Schmerzensgeld in einer Gesamthöhe von 190.000 Euro zu.

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