München – Steht Europas größtes Neubaugebiet vor einem gigantischen Verkehrsproblem? In Freiham im Münchner Westen entsteht Wohnraum für Zehntausende: Bis 2040 sollen aus jetzt 8500 dann 30.000 Einwohner werden, außerdem soll es dort 15.000 neue Arbeitsplätze geben. Verkehrspolitisch entwickelt sich das Bauprojekt aber zum Zankapfel: Das Gebiet ist weitestgehend autofrei geplant – einen U-Bahn-Anschluss gibt es aber bis zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht.
Angedacht ist eigentlich der Ausbau der U-Bahn-Linie 5, die aktuell zwischen Neuperlach Süd (liegt im Südosten) und Laimer Platz (liegt im Westen) verläuft. Die weitere Planung für eine Verlängerung der U-Bahn-Linie nach Freiham würde 41,9 Millionen Euro verschlingen. Weil der Stadtrat die Entscheidung über die Freigabe nun erneut vertagt hat, herrscht dicke Luft.
Verkehrschaos in Freiham befürchtet
Jürgen Müller, Vorsitzender der Bürgervereinigung Aubing-Neuaubing, erklärte gegenüber der Abendzeitung, dass derzeitige Verkehrskonzept funktioniere nicht. Viele Menschen in Freiham bräuchten wegen des unzureichenden Nahverkehrs ein Auto. Müller befürchtet ein absolutes Verkehrschaos.
Müllers Befürchtung: Die Olympia-Bewerbung Münchens sorgt dafür, dass die Verlängerung der U5 zugunsten anderer Routen verschoben wird. Teil der Bewerbung ist der Ausbau der U4 und der Bau der U9 – Freiham (und damit die U5) spielen in der Bewerbung keine Rolle. Müller und seine Bürgervereinigung halten einen gleichzeitigen Bau von drei U-Bahn-Linien für unrealistisch. Die Stadt München ist der deutsche Kandidat für die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Die U4 soll nach ihrer Verlängerung zum neuen Olympischen Dorf führen.
Zustimmung für U-Bahn-Ausbau nach Freiham soll am 21. Oktober kommen
Es ist bereits das zweite Mal, dass der Münchner Stadtrat seine Entscheidung über den Ausbau vertagt hat. Trotzdem laufen bereits Bauarbeiten für einen Vorhaltebahnhof im Westen der Stadt. Bei einer Vollversammlung in der kommenden Woche (21. Oktober) will u.a. die SPD-Fraktion den Plänen zustimmen; auch Grüne, CSU, Volt und ÖDP unterstützen die Millionen-Investition in den Ausbau. Einen konkreten Zeitplan gibt es aber bislang nicht.