Sumy (Ukraine) – Wieder trifft Putins Armee die ukrainische Zivilbevölkerung! Bei einem russischen Luftangriff auf die ukrainische Region Sumy wurden nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet. Mehrere russische Gleitbomben schlugen ein. Mindestens sieben Menschen wurden verletzt. Bei einem Kleinbus wurde die gesamte Verkleidung weggerissen.
Nach Angaben der Militärverwaltung der Region griff Russland die zivile Infrastruktur mit drei gelenkten Fliegerbomben an. Der kommissarische Bürgermeister von Sumy, Artem Kobzar (43), teilte mit, dass sich unter den Todesopfern auch ein Mädchen befinde.
„Alles hat gebrannt, alles war verraucht“
Nur wenige Meter vom Einschlag entfernt war auch ein deutsches Hilfsteam. Bravery e.V. bringt Hilfsgüter in die umkämpfte Grenzregion und evakuiert Menschen aus besonders gefährdeten Gebieten. Erst vor wenigen Tagen brachte das Team einen gepanzerten Sprinter in die Region. „Wir waren jetzt auf unserer zweiten Mission“, erzählt Bravery-Mitgründer Chris Knickerbocker BILD. Das Team habe gerade Menschen aus den Außenbezirken der Stadt in Sicherheit gebracht. Eigentlich glaubte das Team, die gefährlichste Zone bereits hinter sich zu haben. Dann schlug die russische Gleitbombe ein.
„Ich weiß gar nicht, wo genau die reingeknallt ist“, sagt Knickerboocker. Dann gab es einen „Riesenknall“. Splitter prallten gegen den Transporter. „Unsere gepanzerte Scheibe ist gesprungen“, berichtet Knickerbocker. „Die Teile, die dagegen geflogen sind, haben den Fahrer zum Glück nicht getroffen.“
Den Helfern bot sich ein Bild der Verwüstung: „Alles hat gebrannt, alles war verraucht.“ Besonders bitter: Der Sprinter war erst wenige Tage zuvor nach Sumy gebracht worden.
Tote Zivilisten auch in Druschkiwka und Kramatorsk
Der Angriff in Sumy ist kein Einzelfall. Immer wieder werden Zivilisten in der Ukraine Opfer russischer Angriffe. Ein Evakuierungshelfer aus Druschkiwka im Donbass berichtet in einem aktuellen Video von drei Toten zwischen ausgebrannten Häusern und Trümmern. „Der absolute Albtraum“, sagt er. Erst am Freitag wurden bei zwei russischen Luftangriffen auf Wohngebiete in Kramatorsk nach ukrainischen Angaben sechs Zivilisten getötet, darunter ein 14-jähriger Junge und seine 18 Jahre alte Schwester.