Hamburg – Wieder streift offenbar ein Wolf durch Hamburg. Gut ein halbes Jahr, nachdem ein Jungwolf einer Frau (65) in einem Einkaufszentrum in Altona ins Gesicht gebissen hatte, gibt es mehrere Meldungen über Sichtungen eines weiteren Tiers in der Großstadt. Das teilte die Umweltbehörde mit.
Man nehme die Hinweise sehr ernst, heißt es. Offenbar konnten Fotos des mutmaßlichen Wolfs gemacht werden. Die Behördenmitarbeiter werten derzeit Bild- und Spurenmaterial aus. Zudem werde die Lage vor Ort beobachtet. Das Raubtier sei mehrfach im Bereich Klövensteen gesehen worden, so die Stadt. Das ist ein Wald- und Naherholungsgebiet an der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein. Einen gesicherten Nachweis, dass es sich tatsächlich um einen Wolf handelt, gibt es derzeit allerdings noch nicht.
Was die Stadt bei einer Wolfsbegegnung rät
Die Behörde rät aus gegebenem Anlass bei Begegnungen mit einem Wolf, Ruhe zu bewahren und Abstand zu halten. „Nicht versuchen, sich dem Wolf zu nähern, ihn zu verfolgen oder zu füttern“, wird empfohlen. Der Rat der Experten: Nicht weglaufen, sondern sich durch lautes Sprechen oder Klatschen bemerkbar machen. Hunde sollen zudem in dem Gebiet konsequent angeleint werden.
Sichtungen melden
Wer eine Sichtung macht, wird gebeten, sich beim Wolfsmonitoring der Hamburger Umweltbehörde unter [email protected] oder telefonisch über den Notruf 0174 6330335 zu melden.
Ende März war der junge Wolf nach dem Angriff auf die Frau in Altona bis zur Binnenalster in der City von Hamburg gelaufen. Am Jungfernstieg versuchten Polizisten, das Tier zu stellen. Dabei sprang es in die Binnenalster. Schließlich konnte der Wolf mit einer Schlinge aus dem Wasser gezogen werden.
Er wurde später mit einem Sender versehen in Niedersachsen ausgewildert. Wenige Wochen später rissen die Funksignale ab. Die Umweltbehörde geht davon aus, dass das Tier tot ist. Laut Bundesamt für Naturschutz war es die erste Wolfsattacke auf einen Menschen nach seiner Rückkehr nach Deutschland.