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Mann (52) überlebt sechs Tage in der Todeszone auf Mount Everest

Mann (52) überlebt sechs Tage in der Todeszone auf Mount Everest
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Kathmandu (Nepal) – Er hatte kein Wasser, kein Essen, keine Atemluftvorräte. Nur seinen eisernen Willen, in der Todeszone zu überleben. Nach sechs Tagen rettete ein Team Dawa Sherpa vom Mount Everest.

Wie unter anderem „The Himalayan Times“ berichtet, begleitet der Sherpaführer (52) am 29. Mai einen polnischen Bergsteiger beim Abstieg vom Mount Everest. Der Gipfelversuch wird abgebrochen, weil der Pole Erfrierungen hat. Der Mann schließt sich anderen Alpinisten auf dem Weg ins Lager 2 an. Dawa bleibt allein nahe dem sogenannten „Yellow Band“, einer markanten Gesteinsformation, zurück. Warum, ist unklar. Die Bergsteiger erreichen ihr Lager. Dawa kommt dort nicht an.

Mann im Himalaja allein zurückgelassen

Was dann geschieht, ist kaum zu glauben: Die Firma Himalayan Traverse, bei der Dawa arbeitet, schickt keine Such- und Rettungstrupps los. Die übrigen Expeditionsmitglieder erreichen am 31. Mai zu Fuß und sogar per Hubschrauber das Basislager. Fatal: Die sieben Leitern, mit denen ein relativ sicherer Gang über den gefährlichen Khumbu-Eisbruch möglich ist, werden entfernt. Und damit der Weg für den Sherpa erschwert. Erst am 3. Juni organisiert eine andere Firma einen Suchflug per Hubschrauber – ohne Erfolg.

Sherpa kroch auf Händen und Knien durchs Eis

Was Dawa Sherpa in dieser Zeit durchmachen muss, lässt sich nicht einmal erahnen. Hunger, Durst, Kälte, erschwertes Atmen. Und dieses Gefühl, dass man ihn zurückließ. Deshalb beginnt der 52-Jährige den Abstieg allein. Er überquert den Eisbruch und die Gletscherspalten ohne die Leitern. Schritt für Schritt, immer ein Stück weiter. Den Hubschrauber, der ihn sucht, sieht er und hebt die Arme. Doch er wird nicht entdeckt. Dawa kann nicht mehr weitergehen. Er kriecht.

Retter entdecken Vermissten bei der Müllsuche

Am 4. Juni ist ein Team des Sagarmatha Pollution Control Committee (SPCC) in der Nähe des Eisbruchs unterwegs. Die Organisation sammelt Müll auf dem Everest. Und plötzlich sehen sie einen Mann über den Boden kriechen. Gerettet! Ein Hubschrauber holt den völlig erschöpften Sherpa vom Berg und bringt ihn ins Krankenhaus nach Kathmandu. Wie SPCC mitteilt, hat Dawa Erfrierungen. Bei der Rettung konnte er kaum noch sprechen. SPCC-Retter Durga Rai: „Wie Dawa die tiefen Gletscherspalten im Eisbruch ohne Leitern überqueren konnte, ist gleichermaßen erschreckend wie erstaunlich.“ Dawa Sherpa muss fast 3000 Höhenmeter ganz allein überwunden haben.

Rekord-Saison auf dem Mount Everest

Laut „The Himalayan Times“ war die Everest-Frühjahrssaison 2026 rekordverdächtig: 494 Bergsteiger wagten in 51 Teams den Aufstieg. Die Einnahmen der Genehmigungsgebühren lagen bei 1,07 Milliarden nepalesischen Rupien (umgerechnet über sechs Millionen Euro). Fünf Menschen starben.

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