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Traditionsbetrieb macht nach 175 Jahren dicht: Alle Mitarbeiter verlieren ihre Jobs

Traditionsbetrieb macht nach 175 Jahren dicht: Alle Mitarbeiter verlieren ihre Jobs
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Augsburg (Bayern) – Monatelang hat das ADV-Augsburger Druck- und Verlagshaus ums Überleben gekämpft – vergeblich. Jetzt steht fest: Im Sommer muss der Traditionsbetrieb nach 175 Jahren für immer seine Pforten schließen. Alle Mitarbeiter verlieren ihre Jobs.

Am 30. März hat das Unternehmen beim Amtsgericht Augsburg Insolvenz angemeldet, inzwischen läuft das Verfahren. Weil sich aber seitdem kein Investor finden ließ und sämtliche Rettungsmaßnahmen scheiterten, stellt die Druckerei nun bis Ende August die Produktion ein. Bestehende Kundenaufträge werden bis dahin vollständig abgearbeitet, heißt es.

So viele Mitarbeiter werden gekündigt

Die Gehälter der rund 100 Mitarbeiter sind bis Ende Juni durch das Insolvenzgeld gesichert. Die Belegschaft wurde bereits darüber informiert, dass sie Kündigungen erhalten werden. Dazu wurde mit dem Betriebsrat ein Sozialplan ausgehandelt, der vermutlich auch die restlichen Gehaltszahlungen abdeckt. In den vergangenen Jahrzehnten hatte sich das Druckunternehmen aus Bayern auf Kataloge, Magazine, Mailings und Werbesendungen spezialisiert.

Die Gründe für die Insolvenz

Insolvenzverwalter Georg Jakob Stemshorn von der Pluta Rechtsanwalts GmbH sagte zu Beginn des Verfahrens in einer Mitteilung: „In den vergangenen Jahren sah sich die Branche erheblichen strukturellen Veränderungen ausgesetzt. Ein intensiver Preiswettbewerb sowie gestiegene Kosten für Energie, Papier und Logistik haben die wirtschaftliche Entwicklung belastet. Eine geplante Zwischenfinanzierung konnte zuletzt nicht realisiert werden. In der Folge zeichnete sich eine Liquiditätslücke ab. Der Insolvenzantrag war daher unumgänglich.“

Wer nicht von der Pleite betroffen ist

Die Traditionsdruckerei tritt unter der Dachmarke „ADV SCHODER – Druck verbindet“ auf. Ebenfalls zu dem Kollektiv gehört die Franz Schoder Druck GmbH & Co. KG, die ihren Standort in Gersthofen hat. Sie ist von der Insolvenz nicht betroffen. Beide Unternehmen sind rechtlich unabhängig. Auch die ADV Mediendienste GmbH bleibt verschont. Die Tochtergesellschaft arbeitet als Dienstleister für die beiden Druckstandorte.

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