Berlin – An der Tankstelle gilt wieder die alte Regel: Diesel ist günstiger als Benzin. Wochenlang war es anders. Diesel kostete mehr als Super E10, zeitweise sogar mehr als Super Plus. Und das, obwohl der Kraftstoff in Deutschland niedriger besteuert wird. Nach Daten von clever-tanken.de lag Super E10 am 26. Mai im bundesweiten Schnitt bei 1,96 Euro pro Liter, Diesel bei 1,93 Euro. Macht rund 3 Cent Preisvorteil für Diesel.
Diesel und Benzin haben unterschiedliche Märkte. In Raffinerien entstehen aus Rohöl verschiedene Produkte und jedes hat seinen eigenen Preis. Deshalb können sich Diesel und Benzin unterschiedlich entwickeln.
Warum Diesel in der Krise schneller teurer wird
Genau das war im Iran-Krieg zu sehen. Die Blockade der Straße von Hormus und die Sorge vor knapperen Lieferungen haben Diesel besonders stark verteuert. Denn Diesel wird nicht nur von Autofahrern gebraucht. Auch Lkw, Lieferketten, Industrie, Landwirtschaft und teils Energieerzeuger hängen daran. Wenn die Energiemärkte nervös werden, steigt der Druck auf Diesel schneller.
Dazu kommt: Deutschland ist bei Diesel stärker auf Importe angewiesen als bei Benzin. Wird der internationale Markt knapp oder werden Seewege unsicher, schlägt das beim Diesel schneller auf den Preis durch.
Warum ist Diesel dann jetzt wieder billiger?
Nicht, weil die Krise vorbei wäre. Der Iran-Krieg, die Unsicherheit um die Straße von Hormus und hohe Ölpreise bleiben ein Risiko. Aber: Der extreme Panikaufschlag beim Diesel ist kleiner geworden. Händler rechnen offenbar nicht mehr mit akuter Dieselknappheit. Deshalb fällt der Preis für Diesel derzeit stärker als für Benzin.
Bei Benzin wirkt dagegen die Reisesaison. Nach Pfingsten bleibt der Freizeit- und Urlaubsverkehr hoch. Das kann den Preisrückgang bei Super E10 bremsen, weil private Autos in Deutschland deutlich häufiger Benziner als Diesel sind.
Auch der Tankrabatt hilft. Seit dem 1. Mai ist die Energiesteuer auf Benzin und Diesel befristet gesenkt. Laut ADAC macht sich die Entlastung an der Zapfsäule bemerkbar. Für Autofahrer heißt das: Tanken ist etwas günstiger geworden, aber nicht billig. Beide Sorten liegen weiter nahe an der Zwei-Euro-Marke. Und die Lage bleibt wackelig.