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Anwohner-Wut immer größer: „Tourist go home“! Mallorca-Proteste eskalieren

Anwohner-Wut immer größer: „Tourist go home“! Mallorca-Proteste eskalieren
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Son Servara (Spanien) – Überfüllte Strände, Partytouristen und explodierende Mieten – auf Mallorca brodelt es! Denn viele Einheimische fühlen sich vom Massentourismus überrollt und machen ihrem Frust immer deutlicher Luft. Jetzt traf ihre Wut auch die Reichen: Unbekannte beschmierten eine deutsche Millionenyacht mit der Parole „Tourist go home!“. Das Luxusboot liegt seit Monaten gestrandet vor der Küste, Scheiben sind eingeschlagen.

Seit Jahresanfang liegt die „Acoa“ (geschätzter Wert: rund 1 Million) gestrandet an der Playa de sa Marjal an der Ostküste von Mallorca. Angespült wurde sie während eines schweren Unwetters. Jetzt haben Unbekannte das Wrack verwüstet und mit tourismusfeindlichen Parolen beschmiert. Das berichtet das „Mallorca Magazin“. An Deck des rund 28 Meter langen Zweimasters sind Graffiti wie „Tourists go home“ (deutsch: Touristen geht nach Hause) oder „SOS Residents“ (SOS Bewohner) zu sehen.

Scheiben am Wrack eingeschlagen

Eine Augenzeugin: „Nun sind die Scheiben alle eingeschlagen. Die Takelage hängt teilweise runter.“ Die Takelage ist alles an einem Segelschiff, was die Masten festhält und die Segel bewegt. Dazu gehören die Masten, Stangen, Seile und Taue. Mit der Takelage können die Matrosen die Segel setzen, einholen und das Schiff steuern. Wer hinter dem Vandalismus steckt ist bislang unklar. Ebenso, was mit der Yacht passieren soll. Die Bergungskosten werden auf rund 300.000 Euro geschätzt. Ende Januar hatte Sturmtief „Harry“ den deutschen Skipper überrascht. Der Zweimaster endete in der Brandung. Seitdem liegt das Wrack dort.

Proteste nehmen seit 2024 zu

Auf Mallorca protestieren viele Einheimische seit 2024 zunehmend gegen die Folgen des Massentourismus. Die Proteste richten sich vor allem gegen die Überlastung der Insel und ihrer Bewohner. Für sie macht sich das vor allem bemerkbar durch Wohnungsnot, steigende Mieten und die Umwandlung vieler Wohnungen in Ferienunterkünfte. Zudem beklagen die Menschen Staus, Lärm, Umweltbelastungen und überfüllte Strände.

Die Bewegung „Menys Turisme, Més Vida“ (Weniger Tourismus, mehr Leben) organisiert die Demonstrationen unter dem Motto „Mallorca am Limit“. Die Teilnehmer fordern etwa begrenzte Besucherzahlen und strengere Regeln für Ferienwohnungen. Ihr Ziel sei nicht die Abschaffung des Tourismus, sondern vor allem mehr Lebensqualität.

Unterdessen tauchten am Freitag auch in den Städten Sóller und Deià im Nordwesten der Insel tourismusfeindliche Parolen auf. Die Graffiti waren u. a. an die Wände eines Immobilienbüros, an Müllcontainer und Infotafeln für Urlauber gesprüht.

Der Vorfall trifft die Gemeinden in einer ohnehin angespannten Stimmung: Bereits für heute ist in Sóller die nächste Demonstration angekündigt. Bei vielen Ladenbesitzern und Gastronomen im Zentrum der Stadt löste das Unbehagen aus. Sie befürchten wegen der angeordneten Sicherheitsmaßnahmen Umsatzeinbußen – und das am üblicherweise umsatzstärksten Tag der Woche. Zudem eskalierte eine Großdemonstration Ende Juli in Palma. Bei schweren Randalen wurden mehrere Menschen verletzt.

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