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BVB: Die Flaschenwurf-Kritik ist mir zu hart, Lothar!

BVB: Die Flaschenwurf-Kritik ist mir zu hart, Lothar!
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Man könnte meinen, die Bundesliga hat jetzt eine Ausraster-Regulierungsbehörde! An der Spitze am 1. Spieltag: Lothar Matthäus (65), im Nebenberuf Weltmeister, Rekordnationalspieler und Sky-Experte Deluxe.

Gott sei Dank „nur“ Lothar, nicht Basler oder gar Legat, werden Sie gleich denken. Von letzterem Drill Sergeant wäre BVB-Talent Samuele Inacio (18) nach seiner Roten Karte im Spiel gegen den HSV (2:0) jetzt sehr wahrscheinlich zur Strafe vier Wochen lang ins Sommerhaus der Stars eingesperrt worden. Aber auch so kommt es knüppeldick für Dortmunds Jungstar. ZU DICK, wie ich meine!

Was ist passiert? Nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung mäht Inacio Hamburgs Albert Grønbæk Erlykke (25) am Samstagabend in Mittelkreisnähe von den Beinen. Folge: Offene-Sohle-Platzverweis von Schiri Felix Zwayer (45). Hart, aber vertretbar. Reaktion: Inacio stapft nach seinem Blöd-Rot jämmerlich allein vom Feld Richtung Spielertunnel und zimmert dort frustriert seine Trinkflasche gegen das illuminierte BVB‑Logo. Sein Pech: Sky ist live drauf, 1. Fall für Regulierungskommissar Lothar!

Im Après-Spiel-Interview konfrontiert Matthäus BVB-Kapitän Waldemar Anton (30) mit der Inacio-Situation, ordnet ein, dass er den Wutausbruch „schlimmer“ findet als das Rot-Foul! Der Flaschenwurf, befindet Lothar, „sieht schlecht aus“: „Doch nicht aufs eigene Vereinswappen!“

Ein Schalke-Wappen als Ziel war nicht verfügbar!

Bitte bedenken, Lothar: Inacio ist 18 Jahre alt und spielt erst zum achten Mal überhaupt im bummsvollen Signal-Iduna-Stadion auf die Südtribüne. Flutlicht, Regen, Einwechslung – klassischer Fall von Übermotivation. Als Druckventil pfeffert der Italiener die Pulle an die Wappen-Wand. Ein Bayern- oder Schalke-Logo war dabei gerade nicht verfügbar. Na und?

Dramatisch wäre es gewesen, wenn der Offensivmann die Flasche auf Schiri Zwayer, seinen Trainer Niko Kovac (54) oder einen Gegenspieler gefeuert und dabei wüst gepöbelt hätte. Alles nicht passiert. Stattdessen sitzt Inacio „unter Tränen in der Kabine“ (O-Ton Kovac), als die Kollegen nach Spielschluss von der Arbeit kommen, und muss getröstet werden. Mensch Lothar, da warst Du mir zu hart unterwegs! Ein Weltstar Deines Formats kennt doch die Grenzsituationen des Spitzensports besser als wir alle zusammen.

Schon vergessen, wie Du 1994 nach einem 2:2 beim KSC am „Premiere“-Mikrofon des geschätzten Kollegen Babak Miliani eskaliert bist und Schiri Helmut Krug (70) für dessen Leistung minutenlang niedergemacht hast? „Eine Frechheit, was der pfeift!“ – ein legendärer Live-Ausraster. Strafe damals: 25.000 D-Mark und ein Spiel Sperre. Und alles nicht mit 18, sondern im Alter von 33 Jahren.

In dieser Situation ist ein Matthäus-Ratschlag sicher hilfreicher als die Belehrung eines Heranwachsenden …

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