Kahla (Thüringen) – Bittere Nachricht für eine der bekanntesten deutschen Porzellan-Marken: Die vielfach ausgezeichnete Porzellanmanufaktur Kahla stellt ihre Produktion nach 182 Jahren ein. Nachdem das Traditionsunternehmen Insolvenz anmelden musste, konnte kein Investor gefunden werden.
Damit endet die Geschichte des Herstellers aus Kahla (Thüringen). Laut Insolvenzverwalter Rolf Rombach kann der Betrieb nicht fortgeführt werden. Der Sanierungsexperte zu BILD: „Leider haben die Gespräche mit zwei türkischen Investoren nicht zum erhofften Erfolg geführt. Ein Unternehmen hat bereits vor zwei Wochen abgesagt. Ein weiterer großer Porzellan-Hersteller in der Türkei war von Kahla sehr angetan. Am Ende zeigte sich trotz vieler Fürsprecher das Unternehmensgremium skeptisch.“
Wann der Betrieb eingestellt wird
Die Produktion soll jetzt in mehreren Etappen eingestellt werden. „Ein Traditionsunternehmen wie Kahla muss in Würde verabschiedet werden: Bis Ende des Monats wird noch die Produktion laufen, die Dekoration bis Ende des Jahres. Der Werks- und Onlineverkauf wird voraussichtlich noch bis März fortgesetzt“, so Rombach.
Wie das Traditionsunternehmen pleite ging
Als wichtigsten Grund für das Aus nannte Rombach die hohen Energiekosten. Die Porzellanmanufaktur hatte bereits im März 2020 Insolvenz anmelden müssen. Damals war das 1844 gegründete Unternehmen nach einem geplatzten Großauftrag in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Kuli-Millionär Daniel Jeschonowski stieg in das Unternehmen ein, glaubte an einen Erfolg.
Im Februar 2026 folgte dann die nächste Insolvenz für den berühmten deutschen Porzellan-Hersteller. Das Unternehmen verwies damals auf mehrere Belastungen: Die Auftragslage sei schlechter als erwartet gewesen, vor allem die Gastronomie habe deutlich weniger bestellt. Hinzu kamen die anhaltend hohen Energiekosten.
So viele Mitarbeiter verlieren ihre Jobs
„Mir persönlich tut es sehr leid für die 98 verbliebenen Mitarbeiter, die ich kennenlernen durfte, die so viel Charakter haben, bis zuletzt mit Herz dabei waren. Leider zeigt sich bei den momentanen Gaspreisen, dass die Porzellan-Herstellung in Deutschland so nicht mehr funktioniert“, sagt der Insolvenzverwalter.
Kahla gehörte zu den bekanntesten deutschen Porzellan-Herstellern und war vor allem für designorientierte Tischkultur bekannt. Die Marke wurde mit mehr als 100 internationalen Designpreisen ausgezeichnet.