Was für eine 45-Minuten-Demontage! Frankfurt wird seiner Favoritenrolle in der 1. Runde des DFB-Pokals beim Fünftligisten SC St. Tönis mehr als gerecht und schraubt im Grotenburg-Stadion den Gastgeber mit 11:0 auseinander. Der Bundesligist überrollt den krassen Außenseiter von Beginn an und stellt bereits vor der Pause mit einer 10:0-Führung einen neuen DFB-Pokal-Rekord auf. Noch nie zuvor hat eine Mannschaft im DFB-Pokal vor dem Seitenwechsel so hoch geführt.
Die Gastgeber stammen aus einer Region, die vor allem für ihren Apfelanbau bekannt ist. Rund 400.000 Apfelbäume mit etwa 48 Millionen Äpfeln pro Saison stehen in St. Tönis und Umgebung. Gegen die Offensiv-Maschinerie der Frankfurter wächst an diesem Abend allerdings kein Kraut. Frankfurt zerpflückt das 48-Millionen-Äpfel-Dorf regelrecht.
Dabei beginnt der Abend zunächst mit einer kuriosen Panne. Kurz vor dem Anpfiff wird ein Loch im Tornetz entdeckt. Erst nachdem dieses mit einem Kabelbinder repariert ist, kann die Partie mit drei Minuten Verspätung starten.
Auf dem Rasen macht die Eintracht dann sofort ernst. Burkardt bringt die Hessen früh in Führung (4.) und trifft in der ersten Halbzeit noch zweimal (29., 41.). Insgesamt folgt eine Frankfurter Angriffswelle auf die andere. Koch (10.), Amaimouni-Echghouyab (17.), Uzun (34., 36.), Ebnoutalib (45.+1), Baum (44.) und Götze (45.+5) tragen sich ebenfalls vor dem Halbzeitpfiff in die Torschützenliste ein.
Nach dem Seitenwechsel schalten die Adlerträger gleich mehrere Gänge zurück. Nur Chaibi darf kurz vor Schluss noch den Ball zum 11:0-Endstand einschweißen (88.). Dieses Pokal-Spiel hat allerdings schon in der ersten Hälfte den Klassenunterschied zwischen Bundesliga und Oberliga schonungslos offengelegt.
SC Preußen Münster - Karlsruher SC 1:2
Wanitzek leitet Wende ein! Der Karlsruher SC hat die erste Runde des DFB-Pokals überstanden. Nach einem lange Zeit zähen Auftritt dreht der Zweitligist die Partie beim Drittligisten SC Preußen Münster und gewinnt mit 2:1.
Die Gäste müssen zu Beginn kurz bangen. Bereits in der dritten Minute knickt Pedrosa bei einem Pressschlag heftig um, kann nach einer längeren Behandlung aber weitermachen. Die erste Chance der Partie gehört trotzdem dem KSC, doch Frankes Kopfball wird von Behrens über die Latte gelenkt (14.).
Münster präsentiert sich mutig und geht kurz vor der Pause verdient in Führung. Nachdem Bernat zunächst noch gegen Makridis rettet (29.), trifft Ndikom mit einem Distanzschuss durch ein Gewühl hindurch zum 1:0 (34.). Die Gastgeber schnuppern an der Sensation.
Nach dem Seitenwechsel erhöht Karlsruhe den Druck. Broschinski verpasst den Ausgleich zunächst um Zentimeter (57.), Ben Farhat scheitert an Behrens (61.). Dann schlägt der KSC-Kapitän zu: Wanitzek zieht aus rund 28 Metern ab und versenkt den Ball traumhaft zum 1:1 im linken Eck (70.).
Die Badener bleiben am Drücker und werden für ihre Leistungssteigerung belohnt. Jung erzielt den entscheidenden Treffer und dreht die Partie endgültig zugunsten des Zweitligisten (81.). Münster kämpft bis zum Schluss, kann das Pokal-Aus aber nicht mehr verhindern.