Kaum ist das Skandinavien-Hoch da, wackelt schon die Wetterlage! Die neue Woche startet vielerorts freundlich, doch von Westen lauert bereits der nächste Wetterwechsel. Am Dienstag könnte sich zeigen, was uns erwartet: Wetter-Wau oder Herbstgrau?
Denn hinter den Kulissen ist die Lage längst nicht so ruhig, wie es der großteils sonnige Montag vermuten lässt: Am Boden bestimmt zum Wochenstart zunächst das Skandinavien-Hoch noch unser Wetter. Doch in den oberen Luftschichten der Atmosphäre lauert der Unsicherheitsfaktor: ein Höhentief.
Für Meteorologin Jacqueline Kernn vom Deutschen Wetterdienst ist noch unsicher, ob das Höhentief die Regie übernimmt: „Am Dienstag entscheidet sich, ob es über Mitteleuropa bleibt oder abzieht. Das berechnen die großen Wettermodelle derzeit noch unterschiedlich“, erklärt sie gegenüber BILD.
Zieht das Tief ab, nimmt es den Regen mit
Wettermodelle, wie das deutsche ICON-Modell und das amerikanische GFS lassen das Höhentief nach Angaben des DWD eher abziehen. Dann könnte der Regen ostwärts weiterwandern und von Westen vorübergehend freundlichere Luft folgen. Das europäische ECMWF-Modell hält das Höhentief dagegen länger in unseren Breiten. Kernn: „Die Folge wäre eine hartnäckigere Mischung aus Wolken, Regen und gedämpften Temperaturen.“
Wo sich der Nebel auflöst, wird es sonnig
Da heißt es abwarten und genießen, was wir bis dahin haben. Meteorologe Dominik Jung zu BILD: „Am Montag und Dienstag gilt deshalb: Wo sich der Nebel auflöst, gibt es goldenes Oktoberwetter mit 13 bis 16 Grad, am föhnigen Alpenrand auch etwas mehr. Wo der Hochnebel liegen bleibt, wird es ein grauer und kühler Tag mit teils nur 8 bis 11 Grad. Die Unterschiede auf engem Raum sind also groß.“ Vor allem in den langen Herbstnächten kühlt es mittlerweile stark ab. Auch Bodenfrost ist möglich.
Wetterexperte Jung verweist ebenfalls auf die unterschiedlichen Prognosen der Wettermodelle, hält aber den Temperaturknick ab Dienstagabend für wahrscheinlicher. Dann ziehen plötzlich dichte Wolken auf: „Von Südwesten greift ein Tiefdruckgebiet auf Deutschland über. Am Mittwoch regnet es vor allem in der Südhälfte, zwischen Südschwarzwald und Alpenrand teils auch länger anhaltend und kräftig. Die Höchstwerte gehen auf 8 bis 14 Grad zurück.“ Auch im Osten könnte es später regnerisch werden. Am Donnerstag ändert sich daran nicht viel, falls das Höhentief nicht Leine zieht.
Die gute Nachricht hat Dominik Jung zum Schluss: „Zum Freitag hin dreht die Strömung auf Süd bis Südwest, und von Südwesten wird deutlich mildere Luft herangeführt.“ Dann sind Temperaturen bis 17 Grad möglich.