Politik

In den „Tagesthemen“: Wadephul nennt Trumps Aussagen „irritierend“

In den „Tagesthemen“: Wadephul nennt Trumps Aussagen „irritierend“
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Ankara – Scharfe Worte, diplomatisch verpackt: Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) nennt den Nato-Auftritt von US-Präsident Donald Trump (80) in Ankara (Türkei) „irritierend“ – und stellt sich trotzdem hinter die Beschlüsse des Gipfels. Die teilweise harten Vorwürfe von Trump gegen die Alliierten seien „irritierende Bemerkungen“ gewesen, so Wadephul am Mittwochabend bei einer Live-Schalte in den ARD-Tagesthemen.

Insgesamt würden die US-Vertreter aber „in allen Stäben, in allen politischen Diskussionen innerhalb der Nato als sehr zuverlässig“ wahrgenommen. Die Beschlüsse von Ankara hätten das Gipfeltreffen zu einem Erfolg gemacht. Die Nato „hat jetzt gezeigt, dass sie die Ukraine stark unterstützen kann. Sie hat sich auf neue Rüstungsprojekte, neue Kooperationen verständigt“, so Wadephul.

Trump „sehr verärgert“

Trump hatte sich in Ankara „sehr verärgert“ über die Verbündeten gezeigt: „Ich bin nicht zufrieden mit der Nato wegen dem, was sie mit Grönland gemacht hat. Und ich bin nicht zufrieden mit der Nato, weil sie uns gegen den Hauptunterstützerstaat des Terrorismus, den Iran, nicht unterstützen wollte.“

Zudem drohte er Spanien mit dem sofortigen Abbruch aller Handelsbeziehungen, nachdem Madrid der US-Armee die Nutzung von Stützpunkten verweigert hatte.

Trump macht Truppenabzug von Grönland abhängig

Trump knüpft einen weiteren Truppenabzug aus Europa offenbar auch an eine Einigung über Grönland. Auf die Frage, ob er weitere Truppen abziehen werde, sagte er in der Präsidentenmaschine Air Force One: „Ich habe noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Vieles wird von Grönland abhängen. Vielleicht werde ich es tun.“

Bereits kurz nach seiner Ankunft beim Nato-Gipfel in Ankara hatte Trump erklärt, dass die zum Königreich Dänemark gehörende Insel künftig von den Vereinigten Staaten kontrolliert werden sollte. Zuvor hatte ein ranghoher US-Beamter klargemacht, dass eine Übernahme Grönlands aus Sicht der USA der einzige Weg sei, um langfristig für Sicherheit rund um die Insel zu sorgen. Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen (48) wies die Forderung scharf zurück.

Trump hat schon mehrmals offen mit einer Übernahme der strategisch wichtigen Arktisinsel gedroht und damit nicht nur den Nato-Partner Dänemark brüskiert, sondern auch Zweifel an der Geschlossenheit der Militärallianz geweckt. Seine Begründung: Das zu Dänemark gehörende Territorium sei sonst nicht vor Russland und China sicher – und damit auch nicht die USA.

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