Politik

Mail von Martenstein: Liebes „Bündnis Widerstand“,

Mail von Martenstein: Liebes „Bündnis Widerstand“,
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

ich habe Eure Pressekonferenz im Internet gesehen. Ich finde, Ihr seht süß aus in Euren bunten Kleidchen. Man könnte sich fast verlieben in Euch.

Aber ihr seid Satansbraten, stimmt’s? Im Kino gab es vor Jahren so putzige, aber fiese Monster, an die Ihr mich erinnert. Schaut Euch mal den Film „Gremlins“ an! Ihr kleinen Biester habt beim Erfurter AfD-Parteitag Jagd auf Journalisten gemacht, deren Meinung Euch nicht passt. Ihr habt geschlagen und getreten. Danach habt Ihr Euch – wie diese Gremlins! – nicht etwa von Gewalt distanziert. Auf einer Pressekonferenz habt ihr gezwitschert: „Faschisten bleiben Faschisten, auch wenn sie einen Presseausweis haben.“

„Faschist“ ist Euer Lieblingswort. Ihr sagt noch öfter „Faschist“ als Udo Lindenberg „Panik“ sagt oder der Bundespräsident „Zuversicht“.

Einen besonders aufgeweckten Eindruck macht Ihr nicht. Manche meinen, Ihr seid die kommende Terroristengeneration, so was wie früher die Rote-Armee-Fraktion. Da müsstet Ihr aber lange, komplizierte Bekennerschreiben verfassen. Ich glaube nicht, dass Ihr das packt. Andreas Baader war kein Genie, aber im Vergleich zu Euch wirkte der relativ clever.

Besonders süß finde ich, dass Ihr Bösewichtel immer „FaschistInnen“ sagt, in Gendersprache. Ihr verprügelt Leute. Und sprachlich sollen sich dabei immer alle mitgemeint fühlen.

Harald Martenstein

Haben Sie eine Meinung zu dieser Kolumne? Hier können Sie Harald Martenstein eine Mail schreiben.

Vielleicht verpasst