Noch ist am Himmel keine Gewitterwolke zu sehen. Doch 36.000 Kilometer über der Erde kann ein neuer europäischer Super-Satellit bereits erkennen, dass sich etwas zusammenbraut.
Meteosat-13 ist jetzt offiziell im Einsatz. Sein besonderes Infrarot-Instrument soll Meteorologen dabei helfen, früher und genauer vor schweren Gewittern, Hagel, Starkregen und gefährlichen Winden zu warnen. Der Satellit, bislang unter dem Namen MTG-S1 geführt, war bereits im Juli 2025 gestartet worden. Nach einer langen Testphase gehen seine Messdaten jetzt endlich in den regulären Betrieb. Meteosat-13 ist Europas erster Wettersatellit dieser Art, der ständig dieselbe Region der Erde beobachten kann.
Er erkennt auch Ozon, Staub und Vulkanasche
Das Besondere: Er schaut gewissermaßen in die Atmosphäre hinein. Alle 30 Minuten misst der Satellit, wie warm und feucht die Luft in unterschiedlichen Höhen über Europa ist. Dafür untersucht sein Instrument das Infrarotlicht in fast 2000 feinen Abstufungen. Auch Ozon, Staub und Vulkanasche lassen sich damit verfolgen.
Für Meteorologen sind damit Veränderungen sichtbar, die herkömmliche Satellitenbilder allein noch nicht zeigen. Phil Evans, Generaldirektor der europäischen Wettersatelliten-Organisation EUMETSAT, erklärt: „Die nationalen Wetterdienste können diese Daten nun nutzen, um Anzeichen atmosphärischer Instabilität zu erkennen, noch bevor sich Wolken bilden.“ Gemeint sind winzige Veränderungen in der Luft, die ein Gewitter ankündigen.
Dabei arbeitet Meteosat-13 nicht allein. Andere Satelliten der neuen Meteosat-Generation beobachten Wolken und Blitze. Werden ihre Bilder mit den Temperatur- und Feuchtigkeitsmessungen von Meteosat-13 kombiniert, entsteht eine Art 4D-Blick aufs Wetter: Die Meteorologen sehen also nicht nur, was gerade wo passiert, sondern können auch verfolgen, wie sich die Atmosphäre verändert.
Eine jetzt veröffentlichte Animation aus echten Messdaten macht Gewitterwolken, Blitze, Winde und Niederschlag sichtbar. So können Meteorologen die Entstehung eines Sturms künftig von den ersten Anzeichen bis zu Blitz und Niederschlag verfolgen.
Meteosat-13 gehört zu einer neuen Generation europäischer Wettersatelliten. Entwickelt wurde sie unter anderem von der ESA. Ein zweites Instrument an Bord soll künftig außerdem die Luftqualität über Europa überwachen. Das Ziel: Unwetter früher erkennen, Menschen früher warnen und Europa damit ein Stück sicherer machen.