Saporischschja (Ukraine) – Der Tod kam in Form einer Bombe, die Putin direkt in ein Wohnhaus in Saporischschja krachen ließ. Als sie das Geräusch hörten, war es zu spät für eine Flucht. Also schnappte sich Mama Natalia (48) die Hand ihrer Tochter Polina (15), um ihr die Angst zu nehmen. In diesem Moment der Innigkeit starben sie.
Und so wurden sie unter dem Schutt des Hauses gefunden. Mama umklammert die Hand ihrer Tochter bis in den Tod. Der selbe pinkfarbene Nagellack leuchtet immer noch an ihren Fingernägeln, trotz des Staubs. Man kann sich vorstellen, wie die beiden wahrscheinlich einen schönen Mutter-Tochter-Moment hatten und sich die Nägel lackierten. Ein Moment der Unbeschwertheit, in dem sie vielleicht Gedanken an die Zukunft teilten oder Mama Natalia ihrer Tochter erzählte, wie sie als Teenagerin war. Vielleicht haben sie sich einen Tee oder Kaffee dazu gemacht. Vielleicht war Polina verliebt und erzählte ihrer Mama davon.
Sie konnten nicht ahnen, dass sie einen solchen Moment nie wieder miteinander teilen werden, weil Kreml-Despot Wladimir Putin sie und am liebsten die ganze Ukraine in Grund und Boden zerstören will.
In Saporischschja starben bei der Attacke auf insgesamt 26 Wohnhäuser mittlerweile 23 Zivilisten, darunter drei Kinder. Neben Polina sind auch Elisaweta, sie ging gerade in die 1. Klasse, und Anna aus einer 8. Klasse nicht mehr am Leben.
„Zwei Mädchen, die ihr ganzes Leben noch vor sich hatten … Träume, Pläne, glückliche Momente und so viel mehr, das sie noch erleben sollten. Es ist unmöglich, Worte zu finden oder zu begreifen, warum eine Kindheit so enden muss, warum Eltern gezwungen sind, um ihre Kinder zu trauern, und warum Schulklassen für immer diejenigen verlieren, die noch so viel vor sich hatten“, erklärte die Bildungsbehörde.
Polinas Familie war vor der russischen Besatzung geflohen und wartete auf Nachrichten über oder von Sergii – Natalias Ehemann und Polinas Vater –, der in dem besetzten Gebiet als vermisst gilt. Sie werden nie wieder etwas voneinander hören.