Köln – Er ist zu fünf Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Doch der Kölner Studienrat Christian G. (37) wehrt sich weiter. Solange das Urteil nicht rechtskräftig ist, bleibt offenbar auch sein Beamtenstatus bestehen – und der pädokriminelle Lehrer schmiedet munter Zukunftspläne.
Seine Taten sind abscheulich: Als Vertretungslehrer an einem Gymnasium missbrauchte er eine damals 16-Jährige im Unterricht, parallel dazu suchte er in Online-Chats Kontakt zu Kindern. G. gab sich als Gleichaltriger aus, setzte Mädchen psychisch unter Druck, um an Nacktaufnahmen zu gelangen. Das Schlimmste: Als seine eigene Tochter elf Monate alt war, vergewaltigte er sie – und machte dabei Fotos.
Revision, um weiterhin Bezüge zu bekommen
Der Lehrer gestand die Taten, doch wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet, hat Verteidiger Frank Schwarz Revision gegen die Entscheidung des Landgerichts Köln eingelegt. Aussagen aus dem Prozess legen nahe, dass unter anderem finanzielle Überlegungen dahinterstecken. Schon gegen ein früheres Urteil habe man Rechtsmittel eingelegt, damit G. weiter Bezüge bekomme, räumte Schwarz laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ ein. Auch der Studienrat selbst machte deutlich, was für ihn auf dem Spiel steht: „Ich bin immer noch Beamter, mit Rechtskraft fällt alles weg.“
Richter schüttelt den Kopf
Besonders verstörend: Christian G. denkt offenbar schon über seine berufliche Zukunft nach. Nach seiner Haft wolle er wieder in das Haus seiner Eltern ziehen. Außerdem erklärte er vor Gericht, später erneut als Nachhilfelehrer arbeiten zu wollen. Er habe noch einen Vertrag mit einer Agentur. Dabei gehe es „hauptsächlich um Studenten für Naturwissenschaften“, versuchte der 37-Jährige laut dem Bericht zu beschwichtigen. Beim Richter sorgte diese Aussage für Kopfschütteln.
Ob er seinen Plan tatsächlich verwirklichen kann, ist offen. Zunächst muss der Bundesgerichtshof über die Revision entscheiden. Bis zu einem abschließenden Urteil könnten noch mehrere Monate oder gar Jahre vergehen.