Lienz (Österreich) – Für eine glückliche Ehe braucht es vor allem eins: ganz viel Liebe! Dazu gab der Osttiroler Diakon Michael Brugger (44) dem Brautpaar Marina (29) und Sebastian Triendl (35) bei der Hochzeit im Stubaital einen zünftigen Rat für die gemeinsame Zeit mit auf den Weg: „Z’ommholtn, durchholtn und a monchmol s’ Maul holtn!“
Ein auf dem deutschen Instagram-Profil „wedding_records“ hochgeladenes Video von dem mundartlich-derben Ratschlag wurde inzwischen 1,6 Mio. Mal aufgerufen. Es hat den verheirateten Geistlichen mit vier Kindern zum Internet-Star gemacht.
Diakon wird mit Hochzeits-Rat zum Internet-Star
Wobei er das selber nicht so sieht: „Star haben wir bei uns nur einen“, korrigiert der Kirchenmann den BILD-Reporter freundlich und zeigt vor seiner Heimatkirche Zur Heiligen Familie in Lienz nach oben, wo die Dolomiten in den Abendhimmel ragen. Von dort schaut, da ist der Diakon überzeugt, der liebe Gott wohlwollend auf ihn herab.
Aber dass 24.000 User seinen Beitrag bereits mit „Gefällt mir“ markiert haben, gefällt Brugger selbst doch ganz gut: „Es spricht offenbar vielen aus der Seele, auch wenn manche sagen, man dürfe nicht ‚Maul halten‘ sagen in der Kirche. Aber es trifft offensichtlich die Erfahrung, dass es manchmal einfach wichtig ist, dass etwas abkühlen kann und man dann ins Gespräch kommt.“
Der Satz gehört seit zehn Jahren zu jeder Trauung
Seit zehn Jahren gehört die „Zusammenhalten, durchhalten, Maul halten“-Parole zu jeder Trauung von Brugger. Eigentlicher Urheber war der inzwischen verstorbene Tiroler Kaplan Ludwig Penz (†99). „Diesen Satz mit Leben während der Ehe zu erfüllen, ist schon mehr Challenge“, räumt Burger ein.
Seit 20 Jahren ist er verheiratet. „Das ist tägliches Ringen, Freude, Leid, alles auf einmal. Und manchmal denke ich mir auch, es ist zum Davonlaufen. Für uns beide.“ Und genau diese Ehrlichkeit soll künftigen Ehepaaren Kraft und Mut mitgeben. Brugger sagt: „Ich mache keine Show. Ich fordere die Leute auch heraus, wenn ich sie schon vor der Zeremonie frage: Warum heiratest du überhaupt diesen Mann bei Millionen, Milliarden von Möglichkeiten?“