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Premiere in München: BILD-Reporterin spielt in Auschwitz-Film mit

Premiere in München: BILD-Reporterin spielt in Auschwitz-Film mit
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München – Mein Herz schlägt mir bis zum Hals, als das Licht im Kinosaal ausgeht. Dabei weiß ich, was kommt. Ich kenne den Film, ich spiele darin mit. Dreharbeiten sind Handwerk, sind harte Arbeit, oft desillusionierend in ihren ständigen Wiederholungen. Doch diese Erfahrung ist mit nichts zu vergleichen.

Block 10“ feiert in München Premiere. Der vielleicht wichtigste Film des Jahres.

Jahrelang hat Produzentin Dr. Alice Brauner zu Block 10 recherchiert. Einem Bereich im Konzentrationslager Auschwitz, in dem an jüdischen Frauen grausame Experimente durchgeführt wurden, um eine Methode der Massen-Zwangssterilisation zu entwickeln. Die Nazis zwangen jüdische Häftlinge zur Kollaboration. So wie den Gynäkologen Dr. Samuel, grandios gespielt von Christian Berkel, der vor eine bestialische Wahl gestellt wird: Mitmachen, oder seine Tochter Liese Lotte wird vergast. Diese Tochter spiele ich. Jede Person in diesem Film hat wirklich existiert.

Mein wichtigster Film

Meine Rolle ist klein, ich hatte nur zwei Drehtage. Und doch ist dieser Film das Wichtigste, an dem ich als Schauspielerin je mitarbeiten durfte.

Ich denke an die Dreharbeiten zurück. Ankunft in Auschwitz. Zusammengepfercht im Waggon, gelber Stern auf dem Mantel, sprang ich auf die Rampe nach draußen. Der Schmerz von Generationen, plötzlich war er unmittelbar.

Axel Prahl als bestialischer SS-Arzt

Eine Szene hat sich in mein Gedächtnis gebrannt. Nazi-Gynäkologe Dr. Carl Clauberg, meisterhaft gespielt von Axel Prahl, blickt zwischen die gespreizten Beine einer jüdischen Inhaftierten, die sich vor Schmerzen und Todesangst windet. Beiläufig beißt Clauberg in sein Butterbrot, dann erklärt er einem anwesenden SS-Mann: Man müsse hier noch einmal ran. Der Eierstock sei noch intakt, diese Frau könne noch Juden zur Welt bringen. So sieht es aus, wenn man Menschen nicht mehr als Menschen sieht.

Nie zuvor habe ich im Kino so geweint.

In einer Szene beginnen die jungen Frauen in einer Nacht in der Baracke das berühmte jüdische Partisanenlied „Zog nit keynmol“ zu singen: „Sag niemals, dass du den letzten Weg gehst, auch wenn bleierne Himmel die blauen Tage verdecken.“ Junge, gesunde Mädchen, verstümmelt für eine menschenverachtende Ideologie, liegen auf den harten Pritschen der Baracke und singen ein Lied auf das Leben.

Und wie man leben will, nachdem man diesen Film gesehen hat! Wie man das Leben bewahren will. Wie anders man plötzlich auf Menschen blickt, die man liebt. Dieser Film gibt den Frauen von Auschwitz die Würde zurück, die ihnen dort genommen wurde. Ich bin stolz darauf, dass ich ein kleiner Teil davon sein durfte. Ich verneige mich vor Alice Brauner, vor Regisseur Marcus O. Rosenmüller, vor allen Schauspielern und dem Team.

Nach der Aufführung erzählt Alice Brauner mir, dass es fast ein Wunder sei, dass „Block 10“ heute Premiere gefeiert hat. Viele hätten Angst gehabt, ihn zu zeigen. Zu grausam. Zu hart. Man wolle die Zuschauer nicht verschrecken. Die Frage, wie man den Holocaust einem Publikum vermittelt – sie nagt bis heute an Filmemachern. Muss man diese Brutalität wirklich in dieser Härte zeigen? Ist nicht schon genug erzählt worden?

Ja, man muss. Und nein, es ist nicht genug erzählt worden.

* Schauspielerin Sarah Maria Sander gehörte zum Ensemble der Berliner Volksbühne. Am 1. Juli 2026 begann sie ihre Ausbildung an der Axel Springer Academy of Journalism & Technology.

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