Leipzig – Einen Tag nach der Explosionsserie in der Messestadt laufen die Ermittlungen weiter auf Hochtouren. Drei Mal krachte es, zwei Lokale wurden verwüstet, ein 18-Jähriger schwer verletzt: Das ist die Bilanz einer Nacht. In Leipzig geht seither die Angst um, vor allem bei Gastwirten: Waren es gezielte Anschläge gegen Gastronomen? Die Polizei prüft mögliche Zusammenhänge – noch stehen die Ermittlungen am Anfang.
18-Jähriger kam schwer verletzt in Klinik
Der erste Fall ereignete sich laut Polizei am Donnerstag kurz vor Mitternacht. An der Eutritzscher Straße im Norden Leipzigs hantierte bisherigen Ermittlungen zufolge ein 18-Jähriger mit einem „pyrotechnischen Gegenstand“. Der explodierte offenbar vorzeitig und riss ihm die Hand ab. Der Schwerverletzte kam in eine Klinik.
Mehr als drei Stunden später schreckten Anwohner in der rund fünf Kilometer entfernten Georg-Schwarz-Straße im Leipziger Westen aus dem Schlaf hoch. Eine Explosion verwüstete gegen 3.15 Uhr die Pizzeria „La Migliore“. Der oder die Täter entkamen unerkannt. Osama Abdullah, Inhaber des Lokals, sagte gegenüber dem MDR, dass seine Kamera eine vermummte Person aufgenommen habe. Laut dem Sender geht er davon aus, dass der Anschlag seinem Lokal gegolten habe.
Uni-Café im Zentrum betroffen
Zum dritten Mal krachte es in dieser Nacht mitten im Zentrum. Ein Unbekannter zündete gegen 3.40 Uhr einen Sprengsatz am beliebten Studentencafé „XOXO“. Die Explosion ließ Scheiben bersten, Sitzbänke zersplitterten. Auch hier konnte die Polizei bislang keine Verdächtigen ermitteln.
Immerhin: Außer dem 18-Jährigen wurde niemand verletzt, es blieb bei hohem Schaden. Ein Polizeisprecher: „Die Ermittlungen zu allen Fällen stehen am Anfang, auch was mögliche Zusammenhänge betrifft. Für die erste Explosion in der Eutritzscher Straße liegen dafür aktuell keine Anhaltspunkte vor.“