Der Spätsommer ist endgültig Geschichte! Jetzt schlägt das Wetter um. Eine markante Kaltfront rollt über Deutschland mit starkem Regen, Gewitter, kräftigem Wind und einem heftigen Temperatursturz. Und oben in den Bergen gibt’s sogar schon wieder Schnee!
Zunächst hat es den Westen Deutschlands mit Regen und einzelnen Gewittern erwischt. In der Nacht zum Donnerstag zog die Regenfront weiter Richtung Osten. Und heute wird’s richtig nass! Vor allem im Osten und Südosten regnet es im Laufe des Tages teils länger und kräftig. Auch an den Alpen fällt über Stunden hinweg Regen. „Die Temperaturen rauschen im Süden und Westen im Vergleich zu den Vortagen um etwa 10 Grad in den Keller“, sagt Klimatologe Dr. Karsten Brandt zu BILD. Es wird deutlich frischer mit 14 bis 18 Grad.
Wo es in Deutschland am meisten regnet
Morgen fällt jedoch im Westen der meiste Regen. „In NRW sind bis Freitagabend 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter drin. Im Südwesten können örtlich rund 20 Liter in wenigen Stunden fallen, bei Gewittern auch kurzzeitig Starkregen“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung gegenüber BILD. Im Osten dagegen bleibt die große Regenflut am Freitag aus.
Morgen fallen die Temperaturen noch weiter, erreichen überwiegend nur 12 bis 18 Grad. Nachts geht es runter auf 11 bis 3 Grad. In tiefen Lagen kann es Bodenfrost geben. „An den Küsten und in höheren Lagen sind Regen und stürmische Böen möglich. Bei gedämpften Höchstwerten zwischen 11 und 16 Grad hat der Herbst damit endgültig Einzug gehalten“, sagt Dr. Brandt.
Wo Schnee fallen könnte
Die Schneefallgrenze in den Alpen sinkt in der Nacht zum Freitag teilweise unter 1500 Meter. In höheren Lagen ist sogar Neuschnee möglich. Am Wochenende fallen die Schneeflocken dort bis auf etwa 1000 Meter Höhe. Und nicht nur die Alpen könnten weiß angezuckert werden. Auch auf Feldberg und Fichtelberg sind nasse Schneeflocken möglich.
Was der Regen für den Rhein bedeutet
Hilft der Regen wenigstens dem Rhein? Die kurze Antwort lautet: kaum. „Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Pegel Kaub steht aktuell bei gerade einmal 3 Zentimetern, normal wären rund 2 Meter“, erklärt Jung. Am 1. Oktober waren es minus 6 Zentimeter – laut dem Experten der niedrigste Wert seit Beginn der Messungen. Der Pegelnullpunkt ist ein festgelegter Referenzpunkt. Negative Werte bedeuten, dass der Wasserstand unter diesem Punkt liegt.
Das Problem ist, dass die Böden nach dem extrem trockenen Sommer und September völlig ausgedörrt sind. Im Saarland fielen im gesamten September nicht einmal 5 Liter Regen. In Teilen von Rheinland-Pfalz waren es weniger als 10 Liter. Jung: „Die Böden saugen den Regen jetzt erst einmal auf wie ein Schwamm, im Rhein kommt davon kaum etwas an.“ Und selbst wenn jetzt ordentlich Regen fällt: Der Rhein braucht vor allem Wasser aus dem Süden und dem Alpenraum. Dafür müsste es über Wochen immer wieder kräftig regnen.
So geht es mit dem Wetter weiter
Das Wochenende zeigt sich wie ein Wetter-Mix aus April und Oktober: Schauer, Graupel, kurze sonnige Abschnitte und in den Bergen Schnee. Ab Mitte nächster Woche könnte sich die Lage wieder etwas entspannen. Mit einer westlichen Strömung wären tagsüber noch einmal 14 bis 17 Grad möglich. Von einer Rückkehr des Spätsommers kann allerdings keine Rede sein. Der Herbst hat Deutschland jetzt fest im Griff.