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Clemens Tönnies: „Mit 22 Jahren hatte ich die erste Million“

Clemens Tönnies: „Mit 22 Jahren hatte ich die erste Million“
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Rheda-Wiedenbrück (NRW) – In seinen Betrieben werden täglich bis zu 25.000 Schweine geschlachtet. Sie nennen ihn Fleischkönig oder Kotelett-Kaiser. Zu seinem 70. Geburtstag gibt Großunternehmer Clemens Tönnies einen Einblick in seine ungewöhnliche Karriere – und überrascht mit einer Aussage zum Thema Steuern.

Dabei hatte der Selfmade-Milliardär aus Ostwestfalen ganz klein angefangen. Seine Eltern hatten in der Kleinstadt Rheda (NRW) eine kleine Metzgerei, verkauften Wurst auf dem Markt. Schon früh wurde Clemens (damals 15) und seinem älteren Bruder Bernd (damals 19) klar, dass dabei „nicht viel hängen blieb“. Ihr erstes Geld verdienten sie mit „Knochenputzen“, wie Tönnies im Gespräch mit Journalisten erzählt. Die Brüder kauften Knochen von Metzgern in der Umgebung auf, kratzten die Fleischreste ab und verkauften sie an Wursthersteller.

Tönnies war mit 22 Jahren Millionär

„Mit 22 Jahren hatte ich die erste Million auf dem Konto“, erinnert sich Tönnies. Abgehoben seien er und sein Bruder deshalb aber nicht. „Viele flippen ja aus. Wir nicht, das war unsere Erziehung.“ Zum Fleisch-Imperium wurde die Firma Tönnies durch eine neuartige Idee. Anders als ihr Vater und andere Metzger zu dieser Zeit, begannen die Brüder damit, nicht nur Schnitzel und Schinken zu verkaufen, sondern das ganze Schwein zu verwerten. „Unser Erfolgsrezept liegt darin, dass wir unseren Kunden genau die Sorten und Zuschnitte von Fleisch liefern, die sie brauchen“, erklärte Tönnies einmal gegenüber BILD.

Auch der überraschende Tod des älteren Bruders (starb mit nur 42 Jahren) warf das Unternehmen nicht zurück. Trotz Krisen (BSE, Corona-Pandemie, Skandale um Leiharbeiter) und einem inzwischen beigelegten Familienstreit mit seinem Neffen wuchs das Unternehmen Tönnies immer weiter. Heute macht die „Premium Food Group“ rund 8 Milliarden Euro Umsatz im Jahr, hat 21.000 Mitarbeiter weltweit (17.000 in Deutschland).

Tönnies beliefert Discounter und Supermärkte mit Fleisch und Wurst aller Art. Zu den bekanntesten Marken gehören „Tillman‘s“, „Gutfried“ und „Hareico“. Mit „Böklunder“ sponsort Tönnies noch immer seinen Herzensverein Schalke 04, dessen Chef-Posten er nach Streit und zum Teil wüsten Beleidigungen durch Vereins-Ultras aufgeben musste.

Tönnies: „Spitzensteuersatz kann rauf“

Überraschend äußerte sich Tönnies kurz vor seinem Geburtstag am Mittwoch zum Streit in der schwarz-roten Bundesregierung um eine Steuerreform. „Starke Schultern können mehr tragen – der Spitzensteuersatz kann rauf“, zitiert die „Rheinische Post“ den Unternehmer. Nur an die Erbschaftsteuer dürfe die Regierung laut Tönnies nicht ran: „Dann wird der deutsche Mittelstand von ausländischen Investoren aufgekauft.“

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