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Merz über Berichte über möglichen Kanzlertausch: „Gefährliche Lust an der Zündelei“

Merz über Berichte über möglichen Kanzlertausch: „Gefährliche Lust an der Zündelei“
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Berlin – Jetzt reicht’s Friedrich Merz (70, CDU) mit den Spekulationen um einen Kanzlertausch mit dem deutlich jüngeren NRW-Landeschef Hendrik Wüst (50, CDU). BILD hörte im Umfeld des Kanzlers, das sei eine „naive Idee“. Diese zeuge von einer „gefährlichen Lust an der Zündelei“. Es sei „immer einfacher, über Personal zu quatschen, als sich ernsthaft mit den Einkommensteuersätzen oder der Pflegereform zu beschäftigen“.

Fragt sich nur, wer aus Sicht des Kanzlers zündelt. Wüst selbst? Womöglich, als er kürzlich in Polen – begleitet von Bundes-Journalisten – seine außenpolitischen Qualitäten testete? Diese Lesart gibt es in Berlin. So spricht das Merz-Umfeld von einer „wüsten Spekulation“, die von einer „bemerkenswerten Unkenntnis der Verfassung und der politischen Realität“ zeuge. Hintergrund: Rot-Schwarz regiert nur mit einer wackeligen 12-Stimmen-Mehrheit. Und viele Koalitionäre hätten bei so einem Personalwechsel viel zu verlieren.

Wüst plant Wechsel nach Berlin mit Perspektive

Die Merz-Leute sehen die „Stabilität im Bundestag gefährdet“. Angesichts der Weltkrisen sei das „doppelt fahrlässig“. Wer diese Spekulationen anstelle, betreibe das Geschäft der AfD und raube der politischen Mitte die Autorität.

Doch ist es wirklich Wüst, der dahintersteckt? In NRW heißt es, die Reise nach Polen sei schon länger geplant gewesen. Das schließt nicht aus, dass seine Leute dort über einen „Kanzlertausch“ geraunt haben. Aber es gibt auch Abgeordnete der Bundestagsfraktion, die damit aufgefallen sind, auch wenn sich niemand öffentlich zitieren lassen will.

Wüst plant eigentlich einen Wechsel nach Berlin mit längerer Perspektive. Und installierte zuletzt eine Finanzexpertin mit viel Bundeserfahrung in seiner Staatskanzlei. Er will jetzt erst mal die Landtagswahlen im Frühjahr 2027 gewinnen. Wer seinen Namen jetzt nennt, will ihn vielleicht auch verbrennen.

Der Chemnitzer Politologe Eckhard Jesse sagt: „Wüst, der auf Schwarz-Grün setzt, ist vorsichtig. Er weiß, dass seine Zeit nach Merz kommt.“

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