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Autozulieferer wegen VW-Krise pleite: 200 Mitarbeiter betroffen

Autozulieferer wegen VW-Krise pleite: 200 Mitarbeiter betroffen
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Zerbst (Sachsen-Anhalt) – Jetzt kommt der nächste deutsche Autozulieferer ins Schleudern – auch wegen der VW-Krise. Das renommierte Unternehmen muss auf die Bremse treten: Es ist zahlungsunfähig und meldet Insolvenz an. 200 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs.

Getroffen hat es die KmB Technologie GmbH in Zerbst (Sachsen-Anhalt), die 1995 als „Dreher“ gegründet wurde. Das Werk im Landkreis Anhalt-Bitterfeld stellt Dreh- und Frästeile für Lenkungen, Getriebe und Fahrwerke verschiedener Automobilhersteller her. VW zählte bisher zu den Hauptauftraggebern. Doch der Auto-Riese aus Wolfsburg will Jobs abbauen und weniger Automobile produzieren.

Wie das Unternehmen in die Insolvenz rutschte

Das Zerbster Unternehmen, das auf seiner Website u. a. auch Audi und Bosch als Kunden aufführt, stellte bereits den Antrag auf Insolvenz beim zuständigen Amtsgericht Dessau-Roßlau. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Prof. Dr. Lucas F. Flöther (Magdeburg) bestellt.

Gegenüber BILD bestätigt ein Sprecher der Kanzlei Flöther & Wissing: „Das Unternehmen musste einen Insolvenzantrag stellen, nachdem ein wichtiger Kunde angekündigt hatte, einen wichtigen Auftrag nicht wie erwartet zu verlängern.“ Nach einer ersten Einschätzung könne der Geschäftsbetrieb inklusive der Produktion im vorläufigen Insolvenzverfahren bis auf Weiteres aber fortgeführt werden, ließ Flöther mitteilen. Der Sprecher: „Von Kundenseite wurde in Aussicht gestellt, dies durch Vorauskasse zu unterstützen.“

Das sagt der Bürgermeister zur Pleite

Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) hatte den nun vom Unternehmen vollzogenen Schritt bereits vergangene Woche in einer Stadtratssitzung angekündigt. Über entsprechende Pläne sei er zuvor von Geschäftsführer Markus Wermers informiert worden. Die schwere Entscheidung sei nach ergebnislosen Gesprächen mit VW als Hauptauftraggeber getroffen worden. „Mehr Infos habe ich auch nicht“, sagt Dittmann zu BILD. Er hofft, dass ein Investor gefunden wird.

So geht es für die Mitarbeiter weiter

Dabei hatte der Autozulieferer bessere Zeiten: Über 40.000 Teile verließen einst das Werk pro Tag, schreibt es auf seiner Homepage. Teilweise waren mehr als 280 Mitarbeiter beschäftigt. Aktuell sind es laut Flöthers Sprecher nur noch 200, darunter drei Auszubildende. „Deren Löhne und Gehälter sind für drei Monate durch das Insolvenzgeld gesichert“, erklärt er. „Eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes ist beabsichtigt.“

Autozulieferer kämpfen ums Überleben

Der nächste Schlag also für die Automobilbranche in Deutschland: Denn erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass auch das Bohai-Werk in Harzgerode dichtmachen wird. Auch die Prinz & Co. GmbH mit Sitz in Wickede (Nordrhein-Westfalen) ist pleite.

KmB-Geschäftsführer Wermers wollte sich gegenüber BILD nicht äußern. Eine schriftlich gestellte Anfrage blieb unbeantwortet. Ein leitender Mitarbeiter, der ungenannt bleiben möchte, sagt zu BILD: „Die Lage ist schwierig. Man hat sich wohl zu sehr auf einen Auftraggeber spezialisiert ...“

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