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Berliner Stromausfall: Jetzt fliegt Wegners Telefon-Unwahrheit auf

Berliner Stromausfall: Jetzt fliegt Wegners Telefon-Unwahrheit auf
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Berlin – Die Blackout-Affäre holt Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) erneut ein: Anders als von ihm selbst behauptet, führte der CDU-Politiker laut „Tagesspiegel“ am Morgen des Berliner Stromausfalls gar keine dienstlichen Telefonate. Zu dieser Auskunft musste die Senatskanzlei demnach erst durch eine Eilentscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts gezwungen werden.

Dabei hatte Wegner kurz nach dem Blackout bei WELT TV (gehört wie BILD zu Axel Springer) erklärt: „Ich habe in der Tat um 8.08 Uhr begonnen, die Telefonate zu führen.“ Laut den nun veröffentlichten Angaben der Senatskanzlei gab es vor 12.45 Uhr jedoch kein einziges Telefonat. Stattdessen habe Wegner ausschließlich Nachrichten verschickt. Sein erstes Gespräch führte er demnach erst mittags mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (48, SPD).

Für Wegner ist das besonders heikel. Denn: Schon zuvor war seine Darstellung des Krisentages ins Wanken geraten. Zunächst hatte er den Eindruck erweckt, den gesamten Tag das Krisenmanagement von zu Hause aus geleitet zu haben. Dann wurde bekannt: Wegner spielte mittags Tennis. Seine Erklärung: Nach vielen Telefonaten, unter anderem mit der Bundesregierung, habe er den Kopf freibekommen wollen.

Auch die Senatskanzlei rudert zurück

Der „Tagesspiegel“ berichtete später jedoch, dass mehrere dieser Gespräche erst deutlich später stattgefunden haben sollen. Besonders pikant: Laut Bericht hatte selbst die Senatskanzlei noch im März bestritten, dass Wegner bis zum Gespräch mit Giffey nicht telefoniert hätte. Diese Aussage wird nun zurückgenommen. Die Begründung: Man habe sich auf Wegners Erinnerung verlassen.

Auch BILD hatte bereits über Ungereimtheiten berichtet. Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) sagte im Innenausschuss, sie habe Wegner bereits um 8.05 Uhr telefonisch informieren wollen, ihn aber nicht erreicht. „Das war noch ausgeschaltet, samstags nicht unüblich.“ Deshalb habe sie ihm um 8.07 Uhr eine Nachricht geschickt. Die Senatskanzlei widersprach damals gegenüber BILD: Das Handy des Regierenden sei „nie ausgeschaltet“ gewesen.

Nach der Tennis-Affäre räumte Wegner gegenüber BILD zwar „Fehler in der Kommunikation“ ein und entschuldigte sich. Eine bewusste Täuschung der Öffentlichkeit weist er bis heute zurück.

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