Washington/Moskau – Hat die CIA Russland vor einem möglichen Angriff auf Nato-Territorium gewarnt? Genau das wurde nach der überraschenden Moskau-Reise von CIA-Chef John Ratcliffe (60) berichtet. Doch jetzt stellt sich US-Präsident Donald Trump (80) demonstrativ gegen diese Darstellung.
Vor Journalisten im Oval Office wies Trump Berichte zurück, wonach Ratcliffe russischen Regierungsvertretern eine Warnung wegen möglicher Spannungen mit Nato-Staaten überbracht habe. Mit Blick auf Kreml-Chef Wladimir Putin (73) sagte Trump laut der Nachrichtenagentur „Reuters“: „Er wird kein Nato-Territorium angreifen.“
Auch die Nachrichtenagentur „Bloomberg“ hatte unter Berufung auf russische Insider berichtet, dass Kreml-Chef Wladimir Putin (73) den Krieg in der Ukraine intensivieren wolle. Schwer vorstellbar, dass Moskau gleichzeitig eine neue Front im Baltikum eröffnen will. Schon zuvor hatte Trump gegenüber dem Nachrichtenportal „Axios“ erklärt, Ratcliffe sei nicht mit einer besonderen Botschaft nach Moskau gereist. Treffen zwischen dem CIA-Chef und seinem russischen Amtskollegen gebe es regelmäßig. „Es gab keine Botschaft, und es war nichts Ungewöhnliches“, sagte Trump.
Aufatmen im Baltikum?
Damit widerspricht der US-Präsident Berichten des Portals „Politico“ (gehört wie BILD zum Axel-Springer-Verlag). Demnach soll Ratcliffe bei seinem Besuch in Moskau russische Vertreter davor gewarnt haben, den Konflikt mit den Nato-Staaten weiter zu verschärfen. Als besonders gefährdet galten laut dem Bericht die baltischen Nato-Mitglieder Estland, Lettland und Litauen. Ratcliffe drängte Russland demnach außerdem, seine militärische und wirtschaftliche Unterstützung für das iranische Regime zurückzufahren.
Die Reise des CIA-Chefs hatte in Washington für erhebliche Spekulationen gesorgt. Ratcliffe war am Dienstag mit einem Militärflugzeug von Riga nach Moskau geflogen. Beobachter werteten den Besuch als mögliches Zeichen wachsender Nervosität im Westen über Russlands weitere Pläne.