Politik

Friedrich Merz im TV: Kinderärztin nennt Kanzler „menschenverachtend“

Friedrich Merz im TV: Kinderärztin nennt Kanzler „menschenverachtend“
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Berlin – Eigentlich wollte Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) bei der RTL-Sendung „Am Tisch mit Friedrich Merz“ mit Bürgern über die Sorgen im Land sprechen. Doch schon nach wenigen Minuten flogen im Gespräch mit einer Ärztin die Fetzen.

Kinderärztin Bea Merscher aus Niedersachsen ging den Kanzler frontal an. Die Medizinerin, die auf Instagram regelmäßig gegen die Gesundheitspolitik der Bundesregierung wettert, warf Merz vor, mit seiner Politik den Amtseid zu brechen und die Zukunft von Kindern zu gefährden. Seine Politik sei „menschenverachtend und zerstörend“.

Für Merz war das zu viel: „Das geht jetzt ein bisschen über das normale Maß der Kritik hinaus“, sagte der CDU-Kanzler sichtbar verärgert, „das geht zu weit!“ Der Vorwurf sei eine „persönliche Herabsetzung“. Natürlich müsse sich die Bundesregierung Kritik gefallen lassen. „Aber uns, und auch mir persönlich, einen vorsätzlichen Bruch meines Amtseides vorzuwerfen, das ist schon ziemlich harter Tobak.“

Die Ärztin ließ dennoch nicht locker. Sie warnt vor einem drohenden „Kliniksterben“, das die Bundesregierung ihrer Ansicht nach bewusst in Kauf nehme. Merz ging daraufhin auf Kontra-Kurs: Die Behauptung, die Lasten würden einseitig verteilt, entspreche nicht den Tatsachen. Die Regierung habe alle Bereiche des Gesundheitswesens in die Pflicht genommen. „Wir haben alle Beteiligten aufgefordert und auch dazu gebracht, Einsparbeiträge zu leisten“, sagte der CDU-Chef, „ich finde, Sie machen sich das ein bisschen leicht.“

Viel Kritik für den Kanzler

Doch die Kinderärztin war nicht die einzige Kritikerin am Tisch. Auch Oliver Bernt, dreifacher Familienvater aus dem bayerischen Landkreis Coburg und früher selbst Unionswähler, rechnete mit der Politik ab. Sein Vorwurf: Familien würden von Berlin immer häufiger allein gelassen.

Auch hier widersprach Merz entschieden. „Ich finde, Ihre Kritik ist ein bisschen zu hart“, sagte er. Die Bundesregierung tue weiterhin viel für Familien. Gleichzeitig räumte der Kanzler ein, dass sich viele Menschen mehr Unterstützung wünschten. Die Möglichkeiten des Staates seien jedoch nicht unbegrenzt.

Vielleicht verpasst