Berlin/Washington – Nach dem Golf von Mexiko trifft es nun auch den Ontariosee, durch den die Grenze zwischen den USA und Kanada verläuft: US‑Präsident Donald Trump (80) hat eine Umbenennung des Ontariosees in „Lake America“ angeordnet. Trump unterzeichnete ein Dekret, das für das offizielle US-Verzeichnis geografischer Namen gilt.
Bereits am Dienstag hatte Trump erklärt, dass er eine Namensänderung ernsthaft in Betracht zieht. Er behauptete, die USA erwarteten künftig kaum noch Handel mit Ontario. In einem Video auf Truth Social sagte er: „Wir werden ihn ‚Amerikasee‘ nennen. Dazu braucht es nur einen guten Stift und ein bisschen Verstand.“ Daraufhin strich er auf einer Karte den Namen des Ontariosees durch und schrieb „Amerikasee“ darüber.
Der 19.000 Quadratkilometer umfassende Ontariosee ist einer der fünf großen Seen an der Grenze zwischen den USA und Kanada. Kanadas größte Stadt Toronto liegt an dem See, in der gleichnamigen Provinz Ontario. Die Beziehungen zwischen den Nachbarn sind wegen der von den USA verhängten 50-prozentigen Zölle auf viele kanadische Waren und der angekündigten kanadischen Vergeltungszölle besonders angespannt. Der Premier von Ontario, Doug Ford (61), hatte am Montag erklärt, Trump „könne ihn mal“ und drohte mit einem Aufschlag auf Stromexporte.
Trump hat in seiner zweiten Amtszeit wiederholt mit Ansprüchen auf ausländisches Territorium weltweit für Irritationen gesorgt. Mehrfach erwog er öffentlich, Kanada zum 51. Bundesstaat der USA zu machen, und denkt nach wie vor über eine Übernahme Grönlands nach. Den Golf von Mexiko benannte er gleich am ersten Tag seiner zweiten Amtszeit im Januar 2025 per Dekret in „Golf von Amerika“ um, was Mexiko jedoch nicht akzeptiert. Für den Sprachgebrauch in den USA ist eine Umbenennung ohne Zustimmung der Anrainerstaaten möglich. Umgekehrt kann der US-Präsident aber niemanden zwingen, die neue Bezeichnung zu übernehmen.